Baubericht einer JULES VERNE

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    • Baubericht einer JULES VERNE

      Hallo liebe Modellbaugemeinde!

      Ich möchte Euch hier mein derzeitiges Projekt vorstellen, welches recht ähnlich zu dem von Ola ist „Link“. Nach reiflicher Überlegung habe ich hiermit einen neuen Thread aufgemacht und klinke mich nicht dort mit ein, weil es sich ja doch um ein anderes Bauvorhaben handelt. Dennoch hoffe ich, daß ich Ola und auch anderen mit meinem Beitrag weiterhelfen kann. nur will ich es nicht ganz so scale bauen.

      Meinen Baukasten der Jules Verne habe ich recht günstig bei ebay geschossen und er war bereits angefangen, angeblich von einem Modellbauprofi. Deck, Finne (Kielflosse), Rumpf und Heck waren schon verklebt, die Naht schon probelackiert und (natürlich) schlecht gespachtelt. Eine seitliche Scheuerleiste saß am Ende gut und gerne 5mm zu tief, die Ruder stießen an den Rumpf gegen weil sie zu tief eingesetzt waren und ein Stevenrohr stand etwa 5mm weiter heraus als das andere. Also gab es gleich zu Anfang einiges zu korrigieren, um wieder alles richtig hin zu bekommen, aber immerhin waren für den guten Preis der Ätzsatz, die Motoren und das Bugstrahlruder dabei, was die Sache entschädigte.

      Also flog als Erstes die Ruderanlenkung heraus, weil ein Auffüttern des Röhrchens nur ein unbefriedigendes Ergebnis erbracht hätte, zumal die Ruder schon am Limit gekürzt und befestigt waren. Die von Graupner vorgeschlagene und bereits ausgeführte Anlenkung entpuppte sich als sehr schwergängig (zumindest bei meinem Modell) und das vom Servo angelenkte Ruderrohr bewegte sich stark im Rumpf. Die Klebestelle rund um das Rohr reichte nicht aus, um dem Ruderrohr genügend Halt zu bieten. Da die gesamte Kraft hierauf wirkt und auch an das zweite Ruder weitergelenkt werden sollte, habe ich die neuen Rohre mit ABS-Stützen verstärkt, aber erst später nach den Arbeiten an der Wellenanlage eingeklebt. Mal sehen ob es nun stabil genug ist, sonst kommt noch eine versteifende Abstützung in Richtung Heck dazu. Abweichend vom alten Gestänge werde ich jedes Ruder mit einem einzelnen Draht anlenken. Warum hier das unflexible Weiterleiten vom ersten Ruderhorn vorgeschlagen wird ist mir nicht klar. Leider waren die Ruder schon gekürzt, sonst hätte ich die Rohre noch etwas länger lassen können, aber sie haben trotzdem genug Höhe über der Wasserlinie und werden später noch mit dickem Fett abgedichtet, so daß dann kein Wasser mehr eindringen kann.

      Als nächstes hatte ich mit einem leichten Griff die eingeklebten Platten für Akkus und die Elektronik in der Hand. Diese waren auf die Kielkante im Rumpfinneren aufgeklebt und vom Material her meines Erachtens viel zu dick gewählt worden, auch erschien mir der Schwerpunkt recht hoch, ich weiß noch nicht wie ich es einmal lösen werde und ob ich das herausgelöste Material wieder verwende.
      Ich hätte nicht gedacht, daß Stabilit so wenig hält, zumal die Klebestellen vorher angeraut wurden. Aber der Kleber sah schon älter aus, da er recht dunkel wirkte (der neuere ist etwas heller). Die verbliebenen, unansehnlichen Klebereste wurden nun im Rumpf vorsichtig runter gedremelt und anschließend nass verschliffen. Das Heck nebst der seitlichen Naht sowie auch das Bugstrahlruder sind ebenfalls mit Stabilit geklebt worden, allerdings sind hier alle Klebestellen sehr fest, so daß ich diese gelassen habe. Allerdings entpuppten sich beim verschleifen der Nahtstelle, die ja auch mit Stabilit aufgefüllt wurde, einige eingeschlossene Luftblasen im Kleber, die nun durch das Schleifen offen wurden und somit noch ausgefüllt und wiederum verschliffen werden mußten. Grundsätzlich versuche ich alles mit Sekundenkleber (Industriequalität) und 2-Komponentenkleber (schnell- und endfest von UHU) zu kleben und habe auch überhaupt keine Probleme damit. Daß die Nahtstelle vom Heck mit Stabilit gemacht wurde, war ganz in meinem Interesse, ich hätte es voraussichtlich genauso gemacht. Mit welchem Kleber allerdings das Deck aufgeklebt wurde ist mir schleierhaft, denn die Klebenasen sind so fest und richtiggehend ins Material eingezogen, also super stabil. Ich tippe hier auf einen Kleber ähnlich Tangit, der Kunststoffe anlöst, um sie zu verkleben.
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    • Im weiteren Zuge habe ich die innere Kielkante geschärft, das ging mit einer Cuttermesserklinge recht gut, weil das Ende der Klinge in etwa denselben Winkel hat wie der Rumpf und der Winkel durch schräghalten anpassen läßt. Da solch eine Klinge sehr scharf ist, eignet sie sich zum Abziehen sehr gut. Natürlich bin ich bei dieser Freihandaktion auch öfter abgerutscht, so daß hier und da etwas nachgespachtelt werden musste. Auch muß man sehr aufpassen, daß man nicht zu tief das Material weg nimmt, hier hilft immer wieder ein Blick gegen eine Lampe, die das dünnerwerdene Material durchscheinen lässt. Die äußere Kante hat trotzdem seinen recht großen Radius behalten, ich weiß noch nicht, ob ich dieses noch auffüttern sollte, um auch hier eine scharfe Kante zu bekommen. Für diesbezügliche Meinungen von Euch wäre ich echt dankbar, da ich es am Original mir nur Kantig vorstellen kann, weiß es aber nicht genau.

      Somit war dann erstmal nassschleifen angesagt, um die beiden Nahtstellen und die verspachtelten Stellen wieder glatt zu kriegen. Begonnen habe ich mit 400er Nassschleifpapier und habe danach 600er genommen. Für grade Flächen lege ich meist ein Leiterplattenstück zwischen das gefaltete Schleifpapier, in Rundungen tausche ich es gegen Moosgummi aus, damit sich das Schleifpapier schön anlegt und die Fläche größer ist. Da ich im Freien schleife, benutze ich hierfür einen ausgedienten Bügeltisch als Unterlage, die Arbeitshöhe ist geradezu ideal und man kann unbedenklich mit Wasser rumplempern. Ansonsten fungiert der Bügeltisch als Untergestell beim Lackieren, da die Luft durch die Gitter durchströmen kann. Ich kann diese Art nur empfehlen und sie ist bei mir nicht mehr wegzudenken.
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    • Danach wurden Bullaugen von Marinetic eingesetzt, obwohl diese etwas größer ausfallen, als dieses dem Original entspricht. Die Bullaugen wurden mit ihrem vorgesehenen Rand aber nicht innen bündig eingesetzt sondern stehen etwas weiter in den Rumpf rein, damit die später folgende Scheibe und der Chromrahmen etwas mehr nach innen rücken. Ich fand das sieht etwas besser aus als wenn die Chromrahmen zu weit außen sind. Somit konnte ich die Ränder von den Bullaugen komplett weg schleifen weil diese ja nun nicht mehr gebraucht werden und spare noch etwas Gewicht.

      Als nächstes wurden die Lüftungsschlitze ausgefeilt. Da die Größe und Position dem Original recht gut entsprechen, habe ich mit einem Edding einfach in der Wölbung der Erhöhung lang gezeichnet und habe mich bis zu dem Strich gearbeitet. Der restliche kleine Überstand wurde mit einer Cuttermesserklinge sauber plan gezogen. Hierein wurden nun Streifen von 0,25mm dünnem Polysterol mit Sekundenkleber geklebt, so daß die Streifen etwa einen halben Millimeter heraus stehen und im rechten Winkel zum Rumpf sitzen. In den Rundungen wurde der Stil eines Pinsels verwendet, damit ich die Streifen richtig hineindrücken konnte. Zwei wichtige Dinge an dieser Stelle:
      Zum Einen hat der Rumpf eine leichte Rundung, daher wurde so dünnes Material gewählt, die diese Rundung beim Verlegen mit macht. Allerdings darf man später hier nicht aus Versehen gegen stoßen, das dünne Material würde sofort kaputt gehen oder knicken.
      Der Zweite wichtige Punkt ist, daß der Rumpf enorm an Festigkeit verliert, das untere Stück ist wirklich sehr labil während ja das obere Stück vom Deck verstärkt wird. Daher habe ich hier von innen mit weiteren Streifen die ersteren verstärkt und darauf geachtet, daß ich überall die gleiche Einbautiefe erreiche. Das Ganze soll erst später mit einer Platte verschlossen werden, die dem Ganzen wieder die nötige Festigkeit gibt. Warum erst später? Weil ja noch lackiert werden muß und dabei auch Farbe in bzw. zwischen die Lüftungsschlitze dringen soll.

      Die Lüftungsschlitze wurden als nächstes aus 0,3mm dünner Kunststofffolie (irgend ein transparentes Zeug aus ´nem Bastelgeschäft) in dünne Streifen geschnitten. Hier hat sich ein Schneidebeil (für Papier- oder Fotoschnitt) bewährt.
      Die hochkant stehenden Stützen fertigte ich aus Leiterplattenmaterial. Sowohl die Stützen als auch die Lamellen bekamen Schlitze, damit alles ineinander greift und die Lamellen somit durchgehend sind. Nach dem dritten Fehlversuch habe ich dann aufgegeben zu versuchen, die mittleren geschlossenen Streben ebenfalls als Strebe mit Einkerbung einzuarbeiten, da diese einen anderen Winkel besitzen. Hier sollen nun passend geschnittene LP-Streifen die Illusion erzeugen, es würde sich um eine durchgehend geschlossene Fläche handeln. Ich habe darauf verzichtet, daß die Lamellen eigentlich eine leichte Neigung haben, ebenso liegen sie später hinten an und werden dort festgeklebt. Ich denke, daß alles andere nicht stabil genug für den Alltagsbetrieb ist, selbst bei meiner Konstruktion muß man später höllisch aufpassen.

      Da wie bereits erwähnt der Rumpf durch den langen Ausschnitt sehr instabil ist, werden die Lüftungslamellen erst kurz vor dem Lackieren eingeklebt, da sie die Verformungen während der Bauphase nicht aushalten würden. Geplant ist, daß die Lüftungsschlitze von innen mit doppelseitigem Klebeband umklebt werden und dann eine Plastiktüte von einer Seite zur anderen eingeklebt wird, damit die Luft von der Spritzpistole durch die gegenüberliegende Seite entweichen kann und das Rumpfinnere sauber bleibt.
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    • Dann wurden beide Wellen rausgedremelt, da ich mich mittlerweile dafür entschlossen hatte, die Motoren tiefer zu legen um einen niedrigeren Schwerpunkt zu bekommen und weil hiermit auch der Winkel der Wellen besser dem Original nachkommt. Zwar hatte ich mir schon Ersatz für die Stevenrohre geholt, aber die alten Wellen ließen sich nach dem Abdrehen vom überschüssigen Restmaterial problemlos wieder verwenden, welch Glück.
      Die alten Durchbrüche wurden einigermaßen sauber gefeilt und je ein passendes Stück ABS für jede Seite wurde zugeschnitten (vorher mit dem Fön bisserl warm gemacht und leicht gebogen). Da der Rumpf hier etwa 1,5mm stark ist und das eingeklebte Trapez nur 1mm dick ist, blieb noch etwas Platz für Zweikomponentenkleber über, darauf kam noch eine zusätzliche Platte, das sollte halten und dicht sein.
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    • Von außen wurde noch etwas Spachtelmasse drüber gezogen und naß verschliffen, damit die Wellentunnel wieder gleichmäßig glatt sind. Somit konnte ich mich an die neuen Durchbohrungen wagen. Mit dem Schatten einer aufgelegten Welle und dem seitlichen Anhalten einer weiteren Welle mit Motorträger wurde abgeschätzt, wo ein kleines Loch vorweg gebohrt werden musste. Ein durchgestecktes Röhrchen mit aufgesetzten Pappscheiben für Motor- und Schraubendurchmesser halfen dabei, die Öffnung richtig zu ermitteln, anschließend konnte auf Stevenrohrgröße aufgefeilt werden. Auf das hintere Ende des Stevenrohrs wurde eine Wellenhalterung gearbeitet, die zuvor an der Standbohrmaschine mit einer Feile in Form gebracht wurde und anschließend einen Schlitz für die Halterung aus GFK erhielt. Der Abstand zum Rumpf wurde so gewählt, daß ich noch gut eine 40er Schraube drauf bekomme, geplant sind aber vorerst 35er Dreiblatt von Modellbaukaufhaus mit der Form C. Beim Ankleben ist mir der Fehler unterlaufen, daß ich die Abstandshalter verkehrt herum auf die Wellen geklebt hatte (weil sie quasi beim Kleben auf dem Kopf standen), somit ist die Wellenhalterung leicht nach vorne geneigt. Etwas später hatte ich an einem Bild vom Original gesehen, daß dies aber genau richtig so ist. Ich hätte den Fehler aber gelassen, da nun schon alles miteinander verklebt wurde.

      Die Welle wurde nun mit Sekundenkleber im Rumpf fixiert und ausgerichtet, für die Wellenhalterung noch schnell eine Verstärkung gegen den Rumpf angepasst. Die Wellenabdeckung wurde nach einer Pappschablone hergestellt, über einen Schraubendreher in Form gebracht und mit Sekundenkleber angeklebt, somit konnte nun von innen alles dicht vergossen werden. Da mir die Holzhöckerchenvariante für die Motoren als Träger nie gefallen hatte, braucht nun nur noch ein kurzes Stück GFK unter die Motorhalter gearbeitet werden, Löcher für Halter durch, Mutter von unten und fertig. Wenn ich das in einer stillen Minute mal fertig gebastelt habe kommen auch Bilder.
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    • Danach folgten noch zwei vorgearbeitete Rohrstummel für die Frontscheinwerfer (hier wird die 3mm LED erst später mit einem zweiten Röhrchen von innen gegen gesetzt, ein Überwurfring paßt über beide Röhrchen und richtet sie miteinander aus) und die Ruderrohre wurden eingeklebt. Für beide Sachen habe ich 1m lange Rohre durch die zu klebenden Rohre geschoben, somit konnte ich alles perfekt ausrichten.

      Anschließend wurden die beiden hinteren Rundungen im oberen Heckbereich zurecht gedremelt und über einem Heißluftfön der Heckrundung angepaßt , angeklebt wurden sie mit Sekundenkleber und der obere Spalt mit Sekundenkleber und Schleifstaub ausgefüllt. An dieser Stelle kann man am Original erkennen, daß die Rundungen bis zu den Treppenstufen durchgehend rund gearbeitet sind, dieses habe ich auch angestrebt und somit auch vom Holzdeck die Kante entschärft und rundlich gearbeitet. Wenn das Holzdeck passend aufgearbeitet ist, sollen noch die halbrunden Leisten aufgeklebt werden, die dann in Rumpffarbe mitlackiert werden, diese folgen also später.

      Im nächsten Schritt hatte ich mich dann doch dafür entschieden, dem Bugstrahlruder die abgeschrägte Fläche im Rumpf zu geben (gibt es hierfür einen Begriff? – ich nenne das Fase). Also war nach dem Anzeichnen vorsichtiges dremeln und feilen angesagt, bis das Material vom Rumpf hauchdünn geworden ist. Von innen wurde dann vorsichtshalber noch ein Plättchen zur Verstärkung aufgeklebt und nochmals mit 2K-Kleber verstärkt.

      Bis hierhin ist nun Stand der Dinge bei meinem Rumpf und hat wohl länger gedauert, als wenn ich ein noch nicht „ver“-bautes Material gehabt hätte, immerhin habe ich das bereits eingebaute Servo und das Bugstrahrruder noch nicht heraus gerissen. Folgen sollen noch die Beleuchtung der Hecktreppe, die Bullaugen im Heckbereich sowie eine anständige Verriegelung vom Aufbau, dann bin ich mit dem Rumpf soweit fertig.
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    • Der nächste Schritt ist der Übergang zum Aufbau, der mir erhebliche Probleme bereitet hat. Weil mein Aufbau sehr stramm über den Rumpf paßt habe ich versucht dieses Problem zu analysieren. Das kann also daran liegen, daß die Heckpartie nicht weit genug eingesteckt wurde, aber bei dem noch offenen oberen Spalt konnte ich keinerlei freien Platz erkennen, als daß hier das Heck enger mit dem Vorderteil zusammen gerückt hätte werden können. Da diese Partie nicht von mir zusammen gebaut wurde, kann ich hier nur mutmaßen aber es nicht mehr ändern. Dagegen steht aber die vorgegebene Länge des Holzdecks, welches aber schon über das Limit aufliegt und etwas über die oberste Treppenstufe hinaus ragt, mehr geht auch hier nicht. Genauso kann der stramm sitzende Aufbau aber ein übliches Problem sein, da man viele Modellboote der Jules Verne mit nicht richtig aufliegendem Aufbau finden kann. Dieses Schicksal soll mein Modell aber nicht ereilen, ich möchte auch nicht auf die Klettvariante zurückgreifen, da der Aufbau damit zu fest auf dem Rumpf sitzt und der sich selber nicht richtig anfassen lässt, weil vieles filigran und nicht stabil genug ausgeführt wird. Hier werde ich eine andere Verriegelungsmöglichkeit finden, aber dazu später mehr (ich habe die Idee dazu aber schon im Kopf).

      Dennoch blieb nun das Problem, wie ich den Aufbau ohne Verspannungen über den Rumpf bekomme, also begann ich zuerst die Kante vom Deck scharfkantig auszuarbeiten, speziell im Bugbereich, wo ich das Material fast bis auf Null gearbeitet hatte. Da diese Aktion nicht viel brachte, im Hintergedanke aber auch die Bullaugen am Aufbau nicht als Aufkleber sondern mit richtiger Verglasung ausgeführt werden sollten, habe ich diesen Bereich vom Süllrand weiter abgetragen, aber auch dieses führte zu keinem besseren Ergebnis für den strammen Sitz des Aufbaus. Also bleibt mir wohl nichts anderes übrig, als die vordere Querstrebe aufzufüttern und das überklebte Material innen abzuschleifen. Damit könnte der Aufbau locker und vor allem verspannungsfrei aufliegen, zumal später ja noch eine nicht zu vernachlässigende Lackstärke dazu kommt.

      Aber erst wurde nun die untere Kante vom Aufbau dem Deck angepaßt, welches ich so löste, daß ich den Aufbau auflegte und mit der passenden Holzstärke vom Holzdeck am Aufbau entlang fuhr. An entsprechenden Stellen führte ich einen flach aufliegenden Edding entlang, so konnte ich gut erkennen, wo noch Material am Aufbau weggeschliffen werden musste. Die Rundung am Heck vom Aufbau, wo später mal der Handlauf angebracht werden soll, habe ich mit einem gleichmäßig geschnittenem Streifen Klebeband bis zur Wölbung abgeklebt und anschließend verschliffen. Als Maß diente die dünnste Stelle, der Übergang zum Holzdeck wurde geschwungen ausgeführt, da eine scharfe Kante eher reißen kann. Weil zwischen Holzdeck und Süllrand im hintersten Bereich zu den Stufen noch ein schmaler Schlitz bleibt, konnte der Aufbau dort bis zum Deck runter gehen und führt erst etwas später auf die Höhe vom Holzdeck.

      Nach einer mehrstündigen Schleifaktion wurde dann das Deck vom Rumpf soweit runter gefeilt, geschliffen und gedremelt, bis die äußere Kante nur noch knapp 2mm dick war, damit die später folgende halbrunde Scheuerleiste den Rand gleichmäßiger überdeckt und weil ich noch etwas Gewicht sparen wollte. Ich finde die Materialstärke für das Deck für viel zu hoch gegriffen, hier hätte man auch dünneres verwenden können. Ich musste dann aber leider feststellen, daß von den eigentlich 3 vorgesehenen halbrunden Leisten bei mir nur zwei vorhanden sind, daher wird die Scheuerleiste wohl später aus Messingrohr entstehen und noch verchromt, das sieht dann auch noch besser aus (ist aber leider wesentlich schwerer – so´n Mist, eine verchromte Klebefolie und ein nachkaufen solch einer halbrunden Leiste sind aber auch noch Alternativen).
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    • Die Ankerdavids habe ich nicht geplant zu bauen und die Reling folgt erst später, mit zwei Zügen sowie angedeuteten Türen und einer Verstärkung unter dem Holz, damit sich dieses nicht wellt. Da das Original über einen versenkbaren Heckstrahler verfügt (ich tippe mal darauf gleich hinter der Finne), kann man diesen aber nicht sehen, ich habe ihn (noch) komplett weg gelassen. Nach dem ersten Schwimmtest wird entschieden, ob das Heck noch über genügend Tragkraft verfügt und der Heckstrahler dann eingebaut wird, vermutlich aber dann nur als Attrappe und ggf. mit einer Steuerung über eine Pumpe Über Wasserein- und auslässe bin ich mir noch nicht schlüssig, daher habe ich auch diese noch nicht angefangen. Und wie die Trimmklappen wirklich aussehen und ob ich nicht andere nach eigenem Geschmack entwerfe, kann ich derzeit noch nicht sagen. Geplant sind weiterhin die Beleuchtung der Hecktreppe und eine Ausführung aus Edelstahlblech für den Bugbereich, mal sehen ob ich das realisieren kann.

      Aber, wie das immer so ist: mir fehlen noch reichlich Informationen zum Original!!!!!!!
      Daher hier der Aufruf an alle, die mir weiterhelfen können. Ich verfüge nur über die wenigen Bilder, die Ola in seinem Thread auch eingestellt hat und einige Modelle aus dem Internet. Vielleicht findet sich doch noch das Eine oder Andere, was ich dem Original entsprechend anpassen könnte.
      Trotzdem bleiben etliche Fragen:

      a) wo befindet sich die Beleuchtung? (speziell im Fußraumbereich)
      b) ist das 3. ovale (vor den zwei achternen Bullaugen) eine Ent- oder Belüftung (Klimaanlage?) und wie sieht die genau aus?
      c) das Original hat einen Heckstrahler (Antrieb), wo sitzt der Heckstrahler genau und in welche Richtung öffnet er (wohin zeigt der Rumpfverschluss?)?
      d) haben die Sitzgruppen Verstaumöglichkeiten (Schubladen/ Klappen)?
      e) der Mast lässt sich am Original abklappen, wie sieht die Mechanik dazu aus?
      f) welche Ausstattung hat der Mast und wie sieht das Radar genau aus (Firma bekannt?)?
      g) verlaufen die Drahtseile durch die Relingstützen? (ich glaube das so zu erkennen), wie ist das bei den Zusatzstützen gelöst, geht das Drahtseil dort auch durch oder vorbei?
      h) wie funktionieren die Türen in der Reling?
      i) wie sieht die Verriegelung der Hecktüren aus (Bedienung von außen und innen?)?
      j) Einzelheiten und Bedienung zum Kran?
      k) beim Original ist neben dem Fahrstand hinter der Sitzgruppe eine Klappe oder etwas Ähnliches? (zumindest ist die Sitzgruppe nicht wie beim Baukasten bis unter die Fenster, hier vermute ich eine Stauklappe für die Auflagen der Sitze)
      l) auf der Seite vor dem Niedergang kann man etwas Dunkles erkennen, was ist das (siehe auch nächste Frage)?
      m) warum ist die Decke in der Küche (nur) auf einer Seite abgesenkt (hat das etwas mit der Klimaanlage zu tun)?
      n) sind die Türen vom Niedergang senkrecht und haben einen geraden Verlauf zum Steuerstand?
      o) muß die Kielkante nach außen aufgefüttert werden bzw. scharfkantig ausgearbeitet sein?
      p) was stellt die kleine Flagge am Bug dar und wie ist sie befestigt?
      q) wie sieht die Relingbefestigung (Abschluss zum Deck) aus?
      r) gibt es Infos/Detailbilder zum Schlauchboot (Hersteller bekannt?)?
    • Gruss Jules Verne fan :ok:

      Ich finde deine baubericht ganz intressant und kann dir schon einige Antworten geben:

      a) Deckbeleuchtung gibts unter die Sitzen am senkrechten unterstell. Vorne beim akerwinde gibt es zwei Decksscheinwerfer gesenkt im Deck. Kein unterwasserbeleuchtung.
      b) Kann nur feststellen das es ein Gitter ist und keine "Fenster"
      c) Denn Heckstrahler sitzt, genau wie du behauptest, hinter die Finne und öffnet senkrecht, siehe Max-Power
      d) Ja, unter die Sitzkissen
      e) ... wusste ich nicht ... intressant ... hoffe jemand weiss mehr
      f) Radar = Raytheon, Suchscheinwärfer = Jabsco/ ITT
      g) Drahtseile gehen durch die Stützen. Was meinst du mit Zusatzstützen?
      h) Holzreling wird aufgeklappt.
      i) ... weiss nicht ...
      j) Fernbedienung mit Kabel. Genau wie es aussieht weiss ich auch nicht.
      k) Das ist eine extra Klappensitz.
      l) Auf die linke Seite glaube ich es geht um die Sicherungspanel für das ganze Yacht.
      m) Bin nicht ganz sicher was du meinst. Das Dach über den Sitzplatz ist niedrieger, was den Deck entspricht. Beim Pult oben hast du zwei Bodenhöhen, etwas höher beim Sitzgruppe um die Passagiere zu gleicher Höhe wie Kapitän zu kriegen wenn er steht.
      n) Ja
      o) ... siehe Anwort Burnie
      p) Werft glaube ich (bin nicht 100% sicher). Befestigung nur eingesteckt.
      q) Relingstützen hat Innengewinde die auf Zapfen geschraubt wird.
      r) RIB = Pischel

      Hoffe die Antworten sind verständlich.
    • Prima, es gibt schon die ersten Antworten :freu (Danke an burnie und LYC!!!)

      zu Frage c: der Heckstrahler kann mit dem Verschluß entweder in Richtung Finne weisen oder davon weg (siehe angehängte Bilder), nur eines kann richtig sein.

      zu Frage g: die Zusatzstützen sind jeweils rechts und links neben den Eingängen der Reling und sind im Baukasten nicht vorgesehen. Da das Original über zwei Züge verfügt, geht das untere Seil entweder durch diese Zusatzstützen oder daran vorbei (siehe grüne Striche und auch auf BB).

      zu Antwort m: der Boden beim Fahrstand (Pult) hat eine durchgehende Bodenhöhe, der Sitz für den Kapitän ist höher ausgelegt (das sieht man auch auf dem Bild, dort sitzt er höher - für die Füße gibt es eine erhöhte Stange am Pult). Die tiefere Küchendecke hat einen anderen Versatz als der Fahrstand darüber (siehe Skizze - Ansicht von vorne). Die Frage ist nicht baurelevant (interessiert mich nur so), hätte ggf. aber Antworten auf andere Zusammenhänge geliefert.

      zu Antwort o: dann muß ich wohl noch die Kielkante auffüttern...

      zu Frage q: gemeint war eigentlich die Holzreling, wie diese auf´s Deck befestigt ist, dazu habe ich nun eine Lösung gefunden: das Holz steckt in einem Metallschaft.
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      • Heckstrahler2.jpg

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    • Trimmklappen werden folgen, allerdings wahrscheinlich ein Eigenentwurf, da sie beim Original vermutlich nur gekantetes Blech sind und mir so nicht richtig gefallen und zum Gesamterscheinungsbild passen.
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    • Ja, ausfahrbar, aber die Schraube vom Heckstrahler ohne Funktion (hat nur ein Durchmesser von 1,5cm). Dafür sollen in dem Schacht wo der Heckstrahler heraus kommt versteckte Rohre liegen, die über eine Pumpe angesteuert werden und somit über Wasserdruck das Heck geschwenkt werden kann.
      Aber: abwarten, wieviel Gewicht zur Verfügung ist, das steht also noch nicht fest!

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    • c) Ich wurde dein Rechtes Bild als richtig halten
      g) Durch die Zusatzstützen gibt es ein Loch und sogar ein kleines Rörchen zwischen die Zusatzbogen und Senkrechte Stütze wo das Seil durchgehen kann. Da ich aber kein Bild von diese Öffnung habe, weiss ich nicht genau ob das Seil durchgeht oder beendet wird. Beim öffnen muss ja diese Seile weggenommen werden um Zutritt zu ermöglichen.
      m) Falsch, es gibt wirklich zwei verschiedene Bodenhöhen! Den Versatz ist in Linie mit Fahrerstuhl/Rad

      Meine Frage: Wie sieht deine Lüftungsschlitze aus jetzt? Ich habe Probleme um die zu befestigen. Zweitens, wie willst du das Spritzwasser stoppen damit die nicht durch diese Gitter reinkommen?
    • Welches meinst Du mit "rechtes Bild als richtig"? :grueb:

      Das Seil muß in der Tat irgendwo aufhören, damit die Türen aufgehen.

      Wenn es tatsächlich zwei Bodenhöhen gibt (was ich nirgends erkennen kann), welche Seite ist dann höher? Deckt sich das womöglich doch mit der abgesenkten Decke in der Küche???

      Meine Lüftungsschlitze sehen noch nicht anders aus, ich habe aber nochmal ein Foto gemacht.
      Die Lamellen und die Stützen werden zusammen gesteckt. Nach dem Lackieren wird im Rumpf eine Platte eingeklebt, die das längliche Loch im Rumpf komplett verschließt, da rein kommen dann sozusagen die Lamellen und liegen gegen diese Platte an (nur daß ich die Lamellen vor dem Lackieren einklebe). Die grünen Leiterplattenstreifen werden noch entsprechend abgeschrägt und stellen den geschlossenen Bereich dar.

      Wie bereits erwähnt dient die Platte hinter den Lamellen dazu, dem Rumpf wieder Stabilität zu geben und schützt vor Wassereintritt. Diesen Bereich offen zu lassen kann ich nicht empfehlen.
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