Baubericht einer JULES VERNE

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    • Auch ´ne gute Idee! ich hatte sie in einer Pinzette eingeklemmt, und da der Mensch bekanntlich keine drei Hände hat wurde die Pinzette mit einer Klammer zugedrückt. Das war recht stabil - auch während des Lötens, aber Deine Methode werde ich das nächste Mal ausprobieren :ok:
      Vielen Dank Börniderhonk!
    • noch ´ne Nase

      Über dem Flügel sitzt eine weitere Halterung, die so ähnlich wie die beiden oberen Träger für die Positionslampen aussieht, nur ist diese nicht aus Holz sondern aus Metall. Ich hatte zwei Messingplättchen zusammengelötet um auf die entsprechende Dicke zu kommen und diese anschließend mit Feile und Schleifpapier in Form gebracht. Diese Halterung hat unten eine in Richtung Fahrstand gerichtete Lampe montiert und oben drauf sitzt ein elektronisches Gerät (vermutlich GPS). Diese beiden Teile wurden auch mit der Drehbank hergestellt. Später fiel mir dann ein, daß ja Halterung und Lampengehäuse miteinander verbunden werden müssen. Der erste Entwurf für das Lampengehäuse aus Alu eignete sich jedoch nicht zum Löten, also mußte hier mit der Drehbank und Messing noch mal nachgelegt werden.

    • Als nächster Punkt stand die Mastspitze auf dem Plan. Die zwei Messingbleche in Form zu feilen und rechtwinklig aufeinander zu löten waren hierbei noch der einfachste Part, denn auch hier galt es eine nach achtern gerichtete Lampe sowie das Ankerlicht mit einzuplanen. Für das Ankerlicht mußte ich aus Stabilitätsgründen einen Kompromiss eingehen, weil die Halterung aus Holz einfach zu empfindlich ist wurde das obere Blech bis über diese Halterung verlängert und schützt sie somit.



      Die Zuleitungen zu der Lampe wurden aus dünnem Messingrohr gebogen und vorerst mit der Lampe an die Bleche geheftet. Nun galt es die Rohre und Lampe mit Lötzinn soweit aufzufüllen, daß ein fließender Übergang und ein Abschluß zum Mast entstehen. Weil man aber nur recht schlecht in die Luft löten kann und weil die Lampe nicht mit Lötzinn vollaufen durfte nahm ich hier eine spezielle Paste zu Hilfe. Diese wird in der Elektronikbranche eingesetzt damit bestimmte Lötstellen beim Löten über ein Lötbad nicht mit Lötzinn benetzt werden bzw. Lötaugen zulaufen, sie trocknet an der Luft in recht kurzer Zeit gummiartig ein und läßt sich später einfach abziehen. Mit jener Paste (welche sich auch zum abdecken von schwierig abzuklebenden Stellen vor dem Lackieren hervorragend eignet) wurden also die Lampe und der Übergang zum Mast abgeformt, danach kam das Schwierigste: das Auffüllen mit Lötzinn. Knackpunkt war, immer nur so wenig Hitze und Lötzinn aufzubringen, daß sich bestehende Lötstellen nicht zu sehr erwärmten und alles wie ein Kartenhaus zusammenfällt. Also wurde das Lötzinn in mehreren Schichten aufgetragen und immer nur sehr wenig Hitze zugeführt. Abschließend wurde das Lot mit Schmirgelpapier mit dem letzten Feinschliff versehen (wie viel Stunden dort drin stecken verrate ich jetzt besser nicht…).



      Nun brauchte nur noch der Mast mit der entsprechenden Öffnung versehen werden, schließlich ist er ja von innen hohl und die Rohre dienen als Befestigung der Mastspitze. Fehlt nur noch ein Rohr zu den Antennen.

    • Lampengläser für Positionslampen und Ankerlicht

      Wo ich grade bei Beleuchtung und beim Mast bin sollte es mit den Positionslichtern weitergehen. Die Kunststoffkandidaten aus dem Baukasten sehen zwar hübsch aus, fallen aber leider zu breit aus und strahlen nicht in die erforderlichen Richtungen. Außerdem wollte ich die Sache etwas eleganter gestalten, also mußte etwas Eigenes her.
      Doch zunächst sollten erste Versuche für die Lampengläser gemacht werden, denn dieses Gelingen war ausschlaggebend für alle weiteren Arbeitsschritte. Verwendung fand hier eine Gardinenstange (Fachbegriff: Wedelstange) aus klarem Kunststoff. Nachdem das erste Lampenglas fertig und auf Hochglanz poliert war und ich mich noch über diesen Erfolg mächtig gefreut hatte fand ich es so durchsichtig doch nicht so schön. Es sollte doch milchig ausfallen, das kommt doch irgendwie besser, außerdem fehlte da noch etwas Struktur im Glas.

      Diese Struktur sollte aber nicht horizontal verlaufen (das wäre mit der Drehbank recht einfach gewesen), ich glaube auf den Bildern eher einen vertikalen Verlauf im Lampenglas erkannt zu haben (die Baukastenausführung hat auch eine Struktur von oben nach unten). Falls aber jemand über andere Informationen verfügt so möge er mir diese bitte mitteilen, schließlich sind die Lampen noch nicht verbaut. Nach etwas Rumprobieren hatte ich dann in regelmäßigen Abständen den Kunststoff mit der Rückseite eines Cuttermessers glatt gehobelt, dabei blieb eine weiterhin matte Struktur zurück, auf dem Bild und auch in Natura leider schwer zu erkennen, etwas anderes fiel mir aber nicht ein. Ebenso bleibt fraglich, ob die Gläser für BB/SB eingefärbt sind?

      Nun sollte es an die Gehäuse der Positionslichter gehen. Diese sind auf dem Mast aber nicht rund sondern besitzen eine glatte Rückwand, müssen also anders hergestellt werden. Einzig das Ankerlicht ist ganz rund, also ein Fall für die Drehbank. Daß es nun aus Alu entstanden ist sollte vorerst nicht weiter stören, dafür glänzt es von sich aus schon sehr schön.

    • Positionslampen

      Ganz ähnlich ist dann das Hecklicht entstanden, nur diesmal aus Messing. Weil das Hecklicht nur über 135Grad achterlich strahlt muß der Rest vom Lampengehäuse verschlossen werden. Hier bot sich ein Messingrohr an, um es löten zu können sind auch die restlichen Teile aus Messing gedreht worden.



      Wie bereits erwähnt besitzt das Toplicht eine glatte Rückwand. Drehen kam hier also nicht in Frage, die Einzelteile mußten aus Blechstreifen hergestellt werden. Dies bot sich auch gleich für die Positionslichter mit an, so war dies ein Abwasch. Ober- und Unterteile sind aus 0,5mm Messing und mit der Hand gefeilt, die Seitenwände sind 0,3mm dick. Für die erforderliche Bauhöhe gleich der Lampengläser wurde ein langer Messingstreifen zu recht gefeilt, so war das Maß für die Höhe der Seitenwände schon mal fertig. Die einzelnen Plättchen der Seitenwände wurden dann aus diesem Messingstreifen gestanzt, denn so kleine Teile kann man zum feilen kaum noch in der Hand halten. Sicherlich, mit einer Flachzange kann man die Teile noch festhalten, aber warum soll man sich die Arbeit nicht vereinfachen?

      Weil 0,3mm Messingblech doch recht dünn ist und in diesem Fall auch nicht besonders breit ist eignet es sich gerade noch so zum Stanzen. Unter der Standbohrmaschine baut man mit der Hebelwirkung genügend Druck dafür auf, die verbrauchten Cuttermesserklingen sind am hinteren Ende noch scharf und finden hier noch eine gute Aufgabe. Eine alte Leiterplatte als Unterlage auf den Tisch der Standbohrmaschine gelegt sorgt für eine glatte Fläche und nimmt den Schnitt nicht übel, so bleibt die Klinge länger scharf. Und schon konnte es losgehen, nur noch der Länge nach (bzw. vielmehr nach der erforderlichen Breite) die Seitenteile ausstanzen, ich arbeitete hier nach Augenmaß.

      Jetzt mußten die Seitenteile noch rechtwinklig und zu den Seiten hin bündig auf die Unterteile gelötet werden. Das gestaltete sich dann doch fummeliger, zumal ich zuerst die gegenüberliegenden Seiten anlötete (beim jeweils Zweiten durfte das Erste nicht erwärmt werden, sonst fällt es um) und danach erst die mittlere Seitenwand einpaßte und einlötete, danach kam der Deckel drauf.



      Übrigens werden die seitlichen Positionslampen an meiner Jules Verne vermutlich nicht an der Reling ihren Platz finden sondern am Aufbau neben den Seitenscheiben.

    • Ernüchterung (und vor allem Enttäuschung) macht sich breit. Nachdem ich die ersten Probestücke meinem Galvanisierer unter die Nase gehalten hatte hieß es nach anfänglichen Versprechen nun: „nicht machbar“ – zu filigran. Dazu kommt die Tatsache, daß Aluminium (das Bugblech) generell nicht verchromt oder vernickelt werden kann und die anderen Bleche zu dünn wären und verbrennen würden. :motz:

      Jetzt muß ich mich nach Alternativen umschauen, entweder das Galvanisierungsbad von Conrad für den Heimgebrauch oder Kaltverzinnen, die verlockenden Spraydosen mit ihrem chromglänzenden Deckel und ihrem nicht-einhaltenden-Inhalt hab ich schon durch, kann man vergessen.

      Wenn ich das mit dem Verchromen auch nicht bekommen kann, so sollen doch zumindest einige Teile so ähnlich erstrahlen. Grundlage war erstmal ein Edelstahlblech in der Stärke 0,2mm, Nachteil: man kann es nicht löten und es läßt sich nur schwer bearbeiten. Vorteil: es ist recht stabil und nach über einer Stunde polieren mit der Handbohrmaschine, einem selbstgebautem Vorsatz und einer Polierpaste kann man sich nun darin spiegeln.



      Hieraus wurden nun die Scharnierattrappen für die Öffnungen in der Reling sowie die Endkappen ausgeschnitten und gebogen, die Bleche für die Fahnenhalter gezaubert, das Blech für den Mastfuß gebogen sowie noch eine Handvoll anderer Kleinteile hergestellt.

    • Trimmklappn

      Die nicht aufpolierte Seite vom Edelstahlblech diente für die Trimmklappen. Etwas die Ecken gestutzt und über die glatte Rückseite einer Cuttermesserklinge umgebogen, noch etwas über einen rechtwinkligen Gegenstand (in diesem Fall ein Drehstahl) nachgerichtet und anschließend die Kanten geschliffen – fertig.



      Die Gegenstücke für die Scharniere mußten noch gebogen werden, eine Seite ist ja schon im Rumpf eingeklebt. Fehlten noch zwei Paar Hydraulikzylinder, diese entstanden aus Messingrohr sowie aus Schrauben, deren Köpfe mit Hartlot aufgefüllt und anschließend in Form geschliffen wurden (Arbeitsschritte im Bild im Urzeigersinn).

    • Lebenszeichen

      Hallo burnie! (und natürlich hallo alle anderen, die es interessiert)

      Ich habe vor einem Jahr ein Haus gekauft und bin noch fleißig am Renovieren. Daher ruht vorerst das Modellbauhobby bis auf die Vereinsführung, ist ja für mich auch nur ein Hobby respektive eine Freizeitbeschäftigung.
      Von daher war ich auch bislang nicht hier im Forum unterwegs, habe grad heute meinen PC eingerichtet und gleich hier mal wieder reingeschaut. Hat sich positiv viel getan und ich muß jetzt erstmal schauen, was es alles Neues gibt, ich bin ja - von Baumaterialien mal abgesehen - überhaupt nicht mehr auf dem Laufenden.
      Wenn alles klappt, dann geht es mit der Jules Verne im Herbst weiter, in der neuen, großen Werkstatt (ein Traum!)... und dann melde ich mich wieder...

      Bis dahin :wink: