Baubericht einer JULES VERNE

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    • Nun war es an der Zeit, die inneren Fensterflächen zu bestimmen und auszuschneiden, damit aus dem Holz nun endlich ein Rahmen wird. Angelehnt an das Original sollten die Rahmen oben dünner und unten breiter werden. Wie aber sollte man deckungsgleiche Rahmen bekommen, wenn man nirgends durchzeichnen kann? Nun, beide gleichzeitig ausschneiden, somit würde der darunter liegende Rahmen beim Ausschneiden dieselben Maße erhalten wie der darüber liegende.

      Zunächst wurden jeweils zwei zueinander gehörende Rahmen übereinander geklebt (aber nur in der Mitte auf der Fläche, die eh rausfliegt), somit liegen die sichtbaren Flächen aufeinander und sind innen geschützt. Auf dem äußeren Holzstück wurde dann der innere Fensterausschnitt markiert. Dafür benutzte ich einen Zirkel, der auf die Maße eingestellt wurde und danach mit der Nadel an der Außenkante entlang gezogen wurde. Somit entstand ein absolut gleichmäßiger Strich parallel zur Außenkante. Nun noch die Positionen der Lüftungsschlitze anzeichnen und mit dem Cuttermesster ausschneiden, weil man hier nicht mit dem Sägeblatt zwischen kommt.
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    • Die Fensterecken sind innen rundlich ausgeführt, daher wurden die Ecken mit einem kleinen Holzbohrer vorgebohrt. Als nächstes wurde das Holz entlang der Striche ausgesägt und die Rahmen lösten sich vom zusammengeklebten Innenteil und waren somit wieder einzeln und deckungsgleich.

      Doch beim Öffnen der Teile zeigten sich ausgefranste Bereiche um die Bohrlöcher. Der Holzbohrer hatte hier das dünne Holz teilweise arg in Mitleidenschaft gezogen und hoch gerissen. Also ein Problem, worum ich mich im Anschluß kümmern mußte. Für Nachahmer, die ähnlich dünnes Holz einmal bearbeiten sollten sei hier der Hinweis ans Herz gelegt, nicht bis in die Ecken bohren sondern lieber den Rest von Hand feilen.

      Die Rahmen wurden innen erstmal glatt geschliffen, weil es doch unsaubere Übergänge von den Bohrlöchern gab und weil die Dekupiersäge doch nicht so grade sägte wie erhofft. Hier kam 400er Schleifpapier für die Rundungen und eine Nagelfeile für die langen, geraden Seiten zum Einsatz. Weil man das dünne Holz kaum mehr halten konnte weil es so dünne Ränder bekommen hatte, wurde es in der Hand mit einer kleinen Platte unterlegt, die die Sache unterstützte, bei den dünnen verbliebenen Holzstegen ist die Bruchgefahr sehr hoch. Eine filigrane Arbeit, die sich über mehrere Stunden hinzog, weil es auf jede Kleinigkeit ankommt Insgesamt passen die Rahmen nun hervorragend aufeinander, an den schlechtesten Stellen mit einer Ungenauigkeit von weniger als 2/10tel.Da auch hier später eine schwarze Silikonraupe geplant ist, ist diese Toleranz wohl mehr wie ausreichend.
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    • Nun das Problem mit den ausgefransten Stellen. Dieses passierte ausschließlich auf der Seite der Teile, die beim Bohren oben lagen und wo der Bohrer von der Rückseite kam. Da es sich um die sichtbaren Seiten handelte, konnte das Aussehen so nicht bleiben. Aus einem Abfallstück wurden kleine Späne der oberen Lage heraus geschnitten und mit Sekundenkleber auf die Schadstellen geklebt. Die Überstände wurden mit einem Cuttermesser abgeschnitten und der Rest sauber gefeilt. Nun sind die Stellen fast nicht mehr sichtbar und lassen sich später trotzdem beizen, ein Feinschliff der Oberfläche soll vor dem Beizen auch noch folgen.
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    • Zwischendurch sollten die Sitzmöbel entstehen. Das war zum einen sinnvoll zur Ermittlung bestimmter Höhenmaße und Abmessungen für den Fahrstand, aber auch um mal wieder anderes Material in den Händen zu haben wie nur Holz. In der Bauanleitung sind für die vielen Einzelteile aus tiefgezogenem Kunststoff auch jede Menge Informationen im Text, der unter anderem beschreibt, daß man die Sitzmöbel (und auch Cockpit und Niedergang) an einen Decksprung anpassen sollte. Wer hier nun nach einem vermeintlichen Versatz in Form einer Kante sucht, der wird als Laie nicht fündig, weil mit dem Decksprung der gewölbte Verlauf vom Deck gemeint ist. Folglich müssen alle Einzelteile zu den Außenseiten tiefer reichen, weil das Deck nach dort hin abfällt. Das ist ein recht schwieriges Unterfangen und die wabbeligen, nach unten geöffneten ABS-Teile lassen sich nur schwerlich der Deckform anpassen. Außerdem klaffen zwischen den Sitzen unschöne Schlitze, von der anschließenden Abklebe- und Lackierproblematik (um die Sitzfläche darzustellen) mal ganz zu schweigen gefiel mir die Baukastenvariante überhaupt nicht und ich hatte mir lange den Kopf darüber zerbrochen, wie ich es denn lösen könne - also doch mit Holz... aber nur die Verkleidung, bitte, wir wollen es ja nicht übertreiben.

      Aus einer etwas älteren und leicht vergilbten Polystyrolplatte wurden jeweils zwei deckungsgleiche Stücke heraus geschnitten, eines für die Sitzfläche und eins für den Boden. Ich fand es nicht so schlimm, daß das Material nicht ganz sauber aussieht, weil das meiste davon nach dem fertig stellen der Holzaußenschale wieder rausgeschliffen werden sollte (es ist immer noch Leichtbau angesagt) und sowieso im nicht sichtbaren Bereich liegt. Es ging nur darum, ein Grundgerüst für das Holz zu schaffen.

      Zurechtgefeilt wurden sie nach den Maßen auf den entsprechenden Decks, abzüglich der Holzstärke von 0,6mm, die noch darauf geklebt werden sollte. Damit die Rundungen vom Holz gleichmäßig werden, wurden diese mit Kunststoff (ein alter Kugelschreiber und eine ausgediente Spritze hatten die richtigen Durchmesser) hinterfüttert. Diese Rundungen dienten gleichfalls als Abstandshalter für Ober- und Unterteil und wurden nach oben länger gelassen, damit sie auch dort das Holz stützen. Dann folgten noch einige Steifen als Abstandshalter an den Längsseiten. Hier mußte ich nur darauf achten, daß das Deck gewölbt ist, aber eine ebene Sitzfläche entstehen sollte. Glücklicher Weise hatte ich die Decks mit Gewichten schon lange Zeit zuvor in die richtige Form gebracht. Nur noch die Plastikteile zusammenkleben, die Sitzflächen bei welligen Kanten etwas angleichen und fertig sind die Untergestelle, die nach dem Ankleben vom Holz noch ausgefräst werden um Gewicht zu sparen.

      Das Ankleben des 0,6mm dünnen Sperrholzes ging ebenfalls ruck zuck, so dünnes Holz läßt sich einfach um die Rundung ziehen. Die Überstände wurden an die Sitzhöhe und an den Boden angepaßt und die Rundungen zu den Rückenlehnen mit dem Dremel eingearbeitet.
      Erst später hatte ich erfahren, daß sich bei der unteren Sitzgruppe ein Überhang des Holzes in Richtung der Treppenstufen befindet. Weil dadurch aber eine größere Sitzfläche als gegenüber entstanden wäre und dieses unvorteilhaft ausschauen würde und weitere bauliche Veränderungen mit sich gezogen hätte, blieb ich bei meiner Variante. Auch den Deckversatz beim Fahrersitz mit daraus resultierender niedriger Sitzbankhöhe ignorierte ich aus den bereits genannten Gründen (siehe weiter oben). Man möge mir auch nachsehen, daß ich den Verlauf der Holzmaserung nicht eingehalten habe, aber daß weiß man eh nur, wenn man das Original kennt. Dafür kommen bei meiner Jules Verne in dem Fußraum der Sitzgruppen später noch Lampen nach eigenem Ermessen.

      Es folgten noch Zierleisten unterhalb der Sitzflächenoberkante sowie gebogene Leisten auf den Rückwänden vom Fahrstandsitz und bei der unteren Sitzgruppe. Und da ich grade bei Rundungen war, wurde auch gleich die Rückwand zwischen den Deckebenen abgerundet und mit einer Leiste versehen, hier allerdings mit einer Kiefernleiste. Diese wurde zunächst im Biegebereich richtig nass gemacht und über eine Rundzange langsam an ihre neue Form angepaßt. Anschließend wurde sie so nass auf die Rückwand aufgeklebt.
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    • Ein sehr hübsches "Bötchen", sowohl im Modell, als auch im Original! Gute Wahl! Gruß Bernhard
      Aufkleber an der Flugplatz- Mülltonne: "Mit Rücksicht auf unsere moralisch noch nicht gefestigte Vereinsjugend bitten wir alle Gäste eindringlich das Heulen vor der geöffneten Mülltonne zu unterlassen!"
    • So, und was tut man mit der langen Weile, wenn man mal kein Holz sehen will?
      Genau, man guckt, was man sonst noch so vorbereiten könnte.
      Als da wären die Kandidaten „vorderes und hinteres Oberlicht“.
      Im Baukasten geplant mitzulackieren (ohne die Fensterscheiben) und mit Bügeln versehen. Klingt ja mal einfach

      Schaut man sich die Sachlage näher an erkennt man, daß die Vertiefungen für die Bügel schon vorgegeben sind und sich bei einer anderen Ausführung unschön abzeichnen würden (es sollten richtigerweise 18 Bügel werden anstelle der 11 Vertiefungen). Also hatte ich geplant, diese Vertiefungen aufzufüllen und plan zuschleifen. Gesagt, getan, Kleber drauf, konnte ja während der Holzarbeiten schon mal aushärten. Dann mit der Feile plan geschliffen, aber es war ein unsauberes Ergebnis und man würde das nach dem Lackieren bestimmt sehen. Was also tun?
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    • Genau: aus Holz bauen, so wie im Original auch, dann stellt sich auch nicht das Farbproblem ein.
      Was braucht man dafür? Ein ovales Loch! :fg: Schnell drei dickere Platten zusammengeklebt, Loch angezeichnet und ausgehoben. Einen Streifen dünnes Holz zugeschnitten (eine Schere ist dafür hervorragend geeignet und minimiert die Arbeit erheblich) und das Loch damit ummantelt. Das Holz würde alleine noch nicht die Form behalten, also noch schnell einen Steifen dünnes Polystyrol als Versteifung auf das Holz geklebt. Funktioniert prima!

      Doch wie nun den Rest passend gestalten?
      Es wurden zwei Löcher für die Rundungen in die Halterung gebohrt, aber nur durch zwei Lagen hindurch. Dazu wurde der Anschlag der Standbohrmaschine auf die Höhe der untersten Platte eingestellt. Doch Aussägen war hier nicht möglich, daher wurde vorsichtig eine Cuttermesserklinge senkrecht in das Material mit dem Hammer getrieben, so daß nur die zwei Lagen bis zu Loch geschnitten waren. Ein kurzer Schlag auf einen Schraubendreher, der an der Nahtstelle zur untersten Platte angesetzt wurde, löste die gewünschte Fläche heraus und es zeigte sich wieder einmal, daß es manchmal besser ist, nicht so gründlich zu kleben.

      Somit hatte ich die benötigte freie Fläche für den niedrigeren Ansatz. Für das folgende Holz brauchte ich eine Halterung, die das Holz hält, man kann ja schließlich nicht in die Luft kleben. Also wurden ähnlich wie bei den Sitzgruppen ein Ober- und Unterteil hergestellt und mit einem Streifen Kunststoff auf Abstand gebracht und mit Sekundenkleber zusammengeklebt. Nun konnte das Holz in der Form an das Untergestell geklebt werden. Die Außenmaße entsprechen exakt denen von der Kunststoffvorgabe am Modell, so daß dieses später nur bündig herausgetrennt werden muß und durch den Holzpondon ersetzt werden braucht. Die Spaltmaße zu den bereits bestehenden Fenstern bleiben dann gleich.

      Nun noch die Abdeckung dafür sowie die Fensterrahmen über dem ovalen Ausschnitt darauf und diese mit etwas Überstand lassen, aber genau diese Arbeiten erforderten erheblichen Zeitaufwand. Genauso wie der Chromrand aus dem Ätzsatz, der an die Fensterausschnitte angepaßt werden mußte. Das Schwierigste dabei war, daß auch innen am Chromrahmen etliches an Material abzutragen war, eine Feile hätte hier das dünne Blech aber verbogen. Ich hatte alles mit einer Trennscheibe ausgefräst, da muß man höllisch :evil: auch auf das andere Ende der Trennscheibe achten, damit man nur an einer Stelle etwas abträgt. Es dauerte sehr lange, aber hat sich gelohnt!
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    • Selbstredend mußte nun natürlich auch das Oberlicht am Heck umgestaltet werden. Hier wird das hochkant stehende Holz jedoch erst nach dem Lackieren angebracht und nachträglich mit Klarlack versehen, die Fensterscheiben werden auch erst dann von unten aus Abfallstücken neu untergeklebt. Damit dort aber eine plane Fläche zum ankleben vorzufinden ist, wurde dieser Bereich mit einem Fräskopf von innen plan geschliffen.

      Was noch fehlt sind die Bügel und die Lufthutzen. Die Bügel bereiten mir noch Schwierigkeiten, weil beim Bohren in dieses dünne Blech dasselbige wellig wird. Hat da jemand eine Idee?
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    • Ich hatte das Glück, daß der Ätzsatz bei der Auktion dabei war. :fg: Der Umfang besteht aus mehreren Blechen, beziehen kann man ihn hier: klick mich.
      Aber wie man sehen kann, ist meiner teilweise arg in Mitleidenschaft gezogen. Nicht so schlimm, da ich nur wenige Teile davon verbauen werde, daher bleibt das meiste übrig. Geplant war anfangs, auch die Fensterrahmen als Dichtungsattrappe hinter das Holz zu setzen, meine Maße sind nun aber ganz anders geworden und man darf das Gewicht des Metalles nicht unterschätzen (wiegt doch allerhand). Nun kommen nur die bereits zurechtgeschliffenen Rahmen der Oberlichter, zwei Lüftungsgitter (die ovalen am Aufbau), die vier Trittleisten für die Eingänge in der Reling und zwei/drei Schriftzüge zum Einsatz.

      Aber wenn mir keine Idee einfällt, wie ich die Löcher in die Bleche der Oberlichter bekomme, werde ich mir ggf. für die Bleche eine andere Lösung einfallen lassen müssen. Weiß jemand Rat?
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    • Noch ein kleiner Nachtrag: die obere Holzabdeckung beim hinteren Oberlicht fällt noch schräg ab. Dieses mußte selbstverständlich noch geändert werden. Zusammengeklebt wurden die beiden Einzelteile mit Sekundenkleber und Schleifstaub vom Holz – hält erstaunlicher Weise sehr gut.

      Und damit das hochkant stehende Holz (kann man bei so dünn geschliffenem überhaupt noch von Holz reden?) beim Beizen die Form behält wurde eine Form hergestellt. Aus Kostengründen und weil es grade so herum lag: aus Holz.
      Eigentlich vollkommen untypisch für meinereiner, versuche ich doch sonst Holz wie auch immer zu vermeiden. Bin ich nun doch Holzsüchtig??? – werde wohl mal zum Modellbaupsychater müssen…
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    • Nun mag sich der interessierte Leser schon lange fragen, warum ich nicht gleich Furnier benutzt habe. Dies hat mehrere Gründe: es gibt in der näheren Umgebung nicht so viele Firmen die Furnier führen und das, was man mir zeigen konnte, entsprach nicht meinen Vorstellungen,
      das 0,6mm Sperrholz war schon vorhanden (auch für ein anderes Projekt geplant).
      Außerdem war zu Anfang nicht angedacht gewesen, daß es so viele Änderungen geben wird, da mit den Seitenteilen vom Aufbau aber schon begonnen wurde, sollte diese Holzoptik beibehalten werden. Was liegt da näher, als das Vorhandene dünner zu schleifen?

      An dieser Stelle sei einmal erwähnt, daß beim Erwerb des Modells lediglich geplant war, daß es wenige Änderungen an meinem Modell geben sollte: Propeller aus Messing, Farbgebung und Beize nach Wahl des neuen Eigners, Leichtbau damit das Boot nicht Kopflastig wird, Beleuchtung der vorgesehenen Lampen und der hinteren Treppenstufen sowie eine schönere Lösung für die Sitzgruppen, denn die angemalte Variante mit recht großen Spaltmaßen gefiel mir nicht. Ok, die Reling stand auch noch auf dem Plan, aber damit sollte es eigentlich gewesen sein.

      Das nun wesentlich mehr daraus geworden ist liegt an der Tatsache, daß ich mich immer mehr mit dem Original und einigen Modellbauten beschäftigt hatte und mir immer mehr Änderungen einfielen, die ich besser oder einfach nur anders machen wollte. Nur als Beispiel: am Modell wirft sich oftmals die Reling und wird wellig, also wird das bei mir verstärkt und soll anders werden. Dabei habe ich entdeckt, daß das Original über zwei Seilzüge in der Reling verfügt, also kam dieser Punkt auch auf die Liste, und die Seile sollen nicht durchhängen etc., so kommt eins zum anderen.

      Noch eine Sache zum Holz: wie sich dieses später beim Beizen und Klarlackieren verhält … keine Ahnung!
      Ich hatte schon mal schlechte Erfahrungen mit einem aus Holz gebauten Aufbau gemacht, der hatte sich beim Lackieren komplett verzogen und wurde anschließend aus Alu gebaut. Das dieses Problem bei dem dünnen Sperrholz nun auch auftreten kann, dessen bin ich mir bewusst, habe aber noch keine gute Idee dafür wie man das verhindern könnte. Daher werden später erstmal Probestücke gemacht um zu sehen, was geschieht. Ich halte Euch hier auf dem Laufenden, bin aber auch über Eure Meinungen und Erfahrungen diesbezüglich sehr dankbar!
    • Original von Seebär

      .....

      Noch eine Sache zum Holz: wie sich dieses später beim Beizen und Klarlackieren verhält … keine Ahnung!
      Ich hatte schon mal schlechte Erfahrungen mit einem aus Holz gebauten Aufbau gemacht, der hatte sich beim Lackieren komplett verzogen und wurde anschließend aus Alu gebaut. Das dieses Problem bei dem dünnen Sperrholz nun auch auftreten kann, dessen bin ich mir bewusst, habe aber noch keine gute Idee dafür wie man das verhindern könnte. Daher werden später erstmal Probestücke gemacht um zu sehen, was geschieht. Ich halte Euch hier auf dem Laufenden, bin aber auch über Eure Meinungen und Erfahrungen diesbezüglich sehr dankbar!


      Ganz wichtig wäre hier den zu bearbeitenden Holzuntergrund relativ gleichzeitig BEIDSEITIG zu bearbeiten ,die dann entstehenden Kräfte bei der Trocknung heben sich gegenseitig auf ... so verfahre ich zumindest bei dünnen Hölzern ,da diese sonst bei einseitiger Bearbeitung in sich Schüsseln. ;)

      Gruß Christoph
    • Original von Seawolf

      .....


      ... den zu bearbeitenden Holzuntergrund relativ gleichzeitig BEIDSEITIG zu bearbeiten ,die dann entstehenden Kräfte bei der Trocknung heben sich gegenseitig auf ...


      Vielen Dank für Deine Antwort!
      Das Holz beidseitig zu lackieren ist ein guter Hinweis, das hatte ich seinerzeit bei dem verhunzten Aufbau auch getan und trotz mehrfachen Porenfüllern hatte es sich nach innen verzogen. Ich denke, daß man nicht zu viel Farbe auftragen darf, damit das Holz nicht getränkt wird.
      Wenig Feuchtigkeit = wenig Reaktion?!?
      Damals hatte ich Farbe aus der Sprühdose verwendet, ich glaube es war auch zu viel auf einmal. Bei der Jules Verne brauche ich ja nur Klarlack, und den kann man mit ganz dünnen Aufträgen schichten (und dann immer richtig trocknen lassen). Wenn erstmal genug Deckung erreicht ist kann man ja dicker auftragen.

      Aber was macht man vorher beim Beizen? Ich wollte einen Schwamm benutzen und damit die Beize gleichmäßig auf´s Holz wischen. Da braucht es schon einiges an Flüssigkeit, damit sie gleichmäßig ins Holz einzieht (der Schwamm soll nicht tropfnass sein, aber gut feucht, eben so daß es funzt). Klar, kann man auch mehrere Durchgänge machen und evtl. das Holz gleich nach dem Beizen abtrocknen (dann ist die Beize ja schon eingezogen, die Feuchtigkeit dann aber auch) oder sogar irgendwo zwischen legen bis es getrocknet ist. Zum Glück sind die meisten Teile ja flach, aber eben doch nicht alle. Es werden auf jeden Fall genug Probestücke gemacht um das Verhalten des Holzes vorher auszuprobieren. Übrigens läßt die Trocknung in der Sonne das Holz wellig werden, den Fall habe ich schon durch, Prädikat: nicht empfehlenswert.
    • Original von wolf2210
      wenn Du beim Bohren als Unterlage ein stabiles Plastikteil unterlegst,dürfte das Problem beim Bohren erledigt sein.

      welliges Blech lässt sich auch mit 2 Hämmern wieder glatt/gerade dängeln.
      aber nur ganz zart drücken!!
      l.g.wolfgang


      Vielen Dank für Deine Antwort!
      Bei dem Blech handelt es sich wohl um Messingblech in der Stärke 0,2mm, welches mit irgendeinem Silberzeug überzogen ist, auf jeden Fall ziemlich hart. Die Bohrungen sollen 0,3mm werden. Die Problematik liegt eher darin, daß sich das Blech rund um die Bohrstelle nach oben verformt (in Längsrichtung am meisten), da hilft eine Unterlage reichlich wenig, ich hatte aber eine drunter, geht ja sonst gar nicht. Ein wenig Kraft muß man beim Bohren ja aufwenden sonst geht der Bohrer nicht durch, ans Ankörnen ist nicht zu denken, also langsam anfangen bis der Bohrer greift und nicht mehr weg läuft.
      Ich vermute, daß es tatsächlich an der Härte des Materials in Relation zum Bohrdurchmesser liegt und daß solch ein kleiner Bohrer einfach zu wenig schafft. Damit er aber etwas bohrt braucht es Druck, also eine Teufelskreis.
      Das Dängeln kommt überhaupt nicht in Frage, das würde man sehen. Ich hatte so schon Schwierigkeiten einen leichten Knick wieder rauszukriegen, ohne daß man es sieht.

      Eventuell braucht es eine Bohrschablone, die ich von oben draufspannen kann, damit sich das Blech nicht verformen kann, oder noch mehr Drehzahl am Bohrer. Ich befürchte aber, daß die insgesamt 72 Bohrlöcher an dem vorderen Oberlicht (je 18 auf jeder Seite) mit einer Schablone nicht so exakt dort rein gehen wo ich es möchte.Wenn da nur ein Loch aus der Flucht ist schaut das nicht mehr schön aus. Auch ist ein 72maliges Einspannen und Ausrichten recht kompliziert und aufwändig.

      Eine Alternative wäre noch das Auflöten der Bügel, sollte aber 0,3mm Stahldraht werden und das geht nur mit bohren.
    • Wo sollte es nun weitergehen? An der kniffligsten Stelle: dem Fahrstand (habe mich lange genug davor gedrückt).
      Jetzt, da die Sitzgruppen schon ein anderes Aussehen erhalten haben, mußte das Cockpit nebst angrenzendem Niedergang natürlich auch entsprechend gestaltet werden, ich mußte meine Handschrift auch dort weiter durchziehen, alles andere würde nun nicht mehr gut aussehen.

      Zu Anfang wurde das Untergestell hergestellt, wiederum aus Polystyrol als Trägerplatte für das dünne Holz, welches darauf aufgeklebt wurde. Mit diesem Untergestell wurden zugleich die Maße für den Niedergang festgelegt, und diese sind allesamt anders als die Baukastenausführung. Hierauf näher einzugehen würde den Rahmen sprengen, daher lasse ich nur Bilder sprechen (na, jetzt atmen aber viele von Euch auf, aber nicht so schnell bitte…).

      Wichtig war, daß ich halbwegs bis zum Armaturenbrett komme, bislang gab es ja noch keine richtigen Anhaltspunkte, auf welcher Höhe welche Teile später einmal liegen werden. Bislang hängen das Deck und das Armaturenbrett noch in der Luft, also mußte etwas Sinnvolles her. Also hatte ich mir erst eine Skizze gemacht, worin alle bisher bekannten Abmessungen aufgezeichnet wurden. Nach dieser Zeichnung bin ich mit den Maßen voran gegangen, aber immer mit dem Hintergedanken, daß bestimmte Teile später womöglich noch nachträglich angepaßt werden müßten.

      Das Steuerpult soll später erst ausgebaut werden und abnehmbar sein, damit man an die Hintergrundbeleuchtung heran kommt. aber das Grundgerüst konnte schon gefertigt werden. Heißa, wie schnell die Feile doch beim Polystyrol durch ging…

      So, und nun die versprochenen Bilder:
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