Wie viel Ampere "verträgt" dieser 12V DC Motor?

    Diese Seite verwendet Cookies. Durch die Nutzung unserer Seite erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies setzen. Weitere Informationen

    • Wie viel Ampere "verträgt" dieser 12V DC Motor?

      Hallo zusammen,

      ich betreibe einen 12V DC Motor mit einem Universalnetzteil (3V-12V, 600mA-300mA). Zu dem Motor gibt es keine Milliampere-Angabe, zu vergleichbaren Motoren finde ich beim großen C so angaben wie 180mA, 240mA... Kurz gesagt äußerst niedrige Angaben. Ich vermute, das ist das, was der Motor jeweils im Leerlauf annimmt.

      Mein Motor wird aber unter Last betrieben und wird dann recht langsam. Ziel: Er soll bei Belastung etwas schneller laufen.

      Meine Frage:
      Kann ich dem Motor schaden, wenn ich den Motor mit einem 12V / 2500mA Netzteil betreibe? Unter Last würde dann ja mehr Strom fließen (wenn ich alles richtig verstanden habe).

      Danke im Voraus :)
    • Ja, das ist so. Unter Last fliesst dann mehr Strom. Vielleicht nimmt er ja sogar mehr als 2500mA.
      Eventuell wird dann das Netzteil heiss oder steigt aus. Dem Motor passiert wohl nicht viel, insofern es sich um einen 12V Motor handelt.
      Er nimmt sich was er braucht, bis er abraucht.

      Man kann ja das mit einem einfachen Multimeter alles messen. Und die Wärmentwicklung mit den Händen (oder der Nase) prüfen ....

      Gez. madliz
    • Hallo Johannes,

      stelle doch mal ein Bild und die Maße wie Länge und Durchmesser des Motors ein.
      Dann können wir besser einschätzen wie viel A der Motor als Laststrom hat.
      Ausserdem wäre es hilfreich zu erfahren, was der Motor antreiben soll.

      12 V - Motoren können, je nach Baugröße, Nennströme von 0,2 A bis weit über 100 A haben. Die Blockierströme können ca. das 10 .. bis 100-fache des Nennstromes erreichen.

      Die Messung der Blockierströme darf niemals bei voller Nennspannung erfolgen. Der hohe Strom würde die Statormagnete sofort irreparabel schädigen bzw. komplett entmagnetisieren.

      Wenn nur die Nennspannung von 12 V bekannt ist, kannst du mittels starkem Netzteil ( min. 10 A ) den Nennstrom wie folgt ermitteln:

      1. Leerlaufstrom bei 12 V am Netzteil ablesen und notieren.

      2. Den Motor am regelbaren Netzteil bei niedrigstem Spannungswert anschließen und langsam auf halbe Nennspannung, hier also auf 6 V hochregeln.
      Dann die Motorwelle schnell für max. 2 sek mittels einer Kombizange und 2 Holzplättchen blockieren und den Strom ablesen.
      Nach ca. 10 sek wiederholen.
      den größten Stromwert notieren.

      Der Laststrom In für den Motor bei max. Wirkungsgrad ist nun das geometr. Mittel aus dem Produkt von Leerlaufstrom Io und dem doppelten Blockierstrom Ik bei halber Nennspannung.

      Bsp.:

      Leerlaufstrom Io = 1 A und der Blockierstrom Ik bei halber Nennspannung betrage 8 A.

      Dann ergibt sich der Nennstrom In bei max. Wirkungsgrad zu:

      In = Wurzel ( Io x 2 x Ik ) = Wurzel ( 1 A x 2 x 8 A ) = 4 A


      wookieehannes schrieb:

      Mein Motor wird aber unter Last betrieben und wird dann recht langsam. Ziel: Er soll bei Belastung etwas schneller laufen
      Der E-Motor wird mit zunehmender Belastung immer langsamer drehen. Die Drehzahlkennlinie bei konstanter Motorspannung ist eine fallende Gerade. Ihr Maximum ist bei Leerlauf mit dem kleinsten Stromwert, dem Leerlaufstrom.
      Bei zunehmender Belastung ( Bremsung ) an der Motorwelle verringert sich die Drehzahl und im Gegenzug steigt der Motorstrom linear an. Dies geht bis zum Stillstand. Dann ist die Drehzahl null und der Strom am größten (= Blockierstrom).

      Wenn bei gegebener Last der Motor zu langsam dreht, kann man die Motorspannung erhöhen.
      Dies geht aber nur solange der Nennstrom nicht über 120% steigt.
      Darüber sollte der Motor zusätzlich zwangsgekühlt werden. Z.B. mit einer Gebläse- oder Wasserkühlung.

      Ab ca. 150% Nennstrom sollte die Einschaltdauer zusätzlich auf max. 1 Minute begrenzt werden. und eine Abkühlpause mit Stillstand von min. 3 min. eingehalten werden.

      Ist die gewünschte Lastdrehzahl dann noch immer nicht erreicht hilft auf Dauer nur der Austausch gegen einen stärkeren Motor.


      Achtung: Die v.g. Hinweise gelten nur, wenn die Stromquelle auch die vom Motor verlangten Ströme liefern kann, ohne in der Spannung einzubrechen.

      Sollte bei deinem Netzteil im o.g. Blockierstromversuch der max. Ausgangstrom erreicht werden, bevor der Motor blockiert, so regelt das Netzgerät automatisch die Spannung zum Eigenschutz herunter. Dann muß der Versuch abgebrochen und mit einem stärkeren Netzteil wiederholt werden.


      M.f.G. Jörg
    • madliz schrieb:

      Ja, das ist so. Unter Last fliesst dann mehr Strom. Vielleicht nimmt er ja sogar mehr als 2500mA.
      Dankesehr! Ich habe ein 12v Netzteil mit 2250mA gefunden, leider kann ich keinen Unterschied zum regulierbaren Netzteil bis 12V mit 300mA feststellen. Der Unterschied ist ja eigentlich recht hoch. Ich habe auch mit den Fingern beide Motoren (siehe Video unten) stark verlangsamt und es erschien mit beiden Netzteilen gleich schwer.


      Kaeptn Graubeer schrieb:

      stelle doch mal ein Bild und die Maße wie Länge und Durchmesser des Motors ein.
      Dann können wir besser einschätzen wie viel A der Motor als Laststrom hat.
      Ich verwende jetzt zwei Motoren, hier das Ganze in Action. Beide sind Baugleich und genau das, was man bei Ebay etc. findet, wenn man nach einem kleinen Elektromotor sucht. Nur deutlich leiser. Der Motor ohne Getriebe ist 3cm x 2,5cm groß (12v, 6200rpm, mit Getriebe 12.4rpm). Mehr Daten finde ich nicht. Wie im Video zu sehen läuft es jetzt schon ganz okay, aber in der zweiten Aufnahme hört man, dass die Musik etwas langsamer wird. Ich lese aber bei dir heraus, dass sich das nicht vermeiden lässt, denn der Papierstreifen ist an der Stelle zusammengeklebt und dadurch minimal dicker. Mehr Last bedeutet ja immer Verlangsamung. Einen deutlich größeren Motor könnte ich wie man sieht auch nicht verbauen (und so wie es jetzt ist, ist es auch okay. Die geklebte Stelle hätte sich vermeiden lassen, wenn ich keine Fehler gestanzt hätte).
      youtu.be/95AioXAD4Vs

      Wie Du vielleicht heraus gelesen hast bin ich kein Experte und habe weder ein Netzteil, bei dem ich Strom ablesen kann. Ich werde mal herumfragen, deine Anleitung ist wirklich super, ich danke dir ganz herzlich!!! Ich kann dise Trommel (Dose) sogar mit den Fingern anhalten, das werd ich für die Messung machen. Ich bin auch sehr, sehr Dankbar für die Tipps zur Einschaltdauer! Der Motor läuft nie länger als zwei Minuten am Stück, weil nicht mehr Papier um die Trommel passt. Ich kann ihn also unter recht hoher Last laufen lassen!


      Zusammenfassend weiß ich dank euch, dass ich wohl damit leben muss, weil die Motoren im Betrieb ja nicht maximal belastet werden. Geringe Belastung = wenige mA = trotzdem etwas langsamer. Ich dachte, ich könnte vielleicht etwas ändern, sodass sie immer konstant (unabhängig von Last) laufen. Aber mehr Volt lassen sie ja schneller laufen, mehr A bewirken nur, dass er unter starker Last mehr leistet. Ich messe, wenn ich die Gelegenheit bekomme, einmal den Nenn- und Laststrom ermitteln aber einfach das Geschwindikgeitsproblemchen akzeptieren :)
    • Hallo Johannes,

      das Video erklärt jetzt einiges.

      Du hast einen Motor für einen Trommelantrieb mit Lastwechsel, welcher aber den Drehzahlabfall bei Lastzunahme ausgleichen soll.

      Dafür gibt es 2 Lösungen:

      1. drehzahlgeführte Lastregelung mit Drehzahlvorgabe und D.-messung,
      oder
      2. eine Drehzahlstellung mit Lastmomentregelung.

      Letzteres erfordert keine zusätzlichen Drehzahlsensoren an der Motor- o. Antriebswelle, sondern nur eine Strommessung (oder wie hier eine EMK-Messung), welche auf der Steuerungsplatine des Drehzahlstellers mit integriert ist.
      Dazu gibt es auch ein Video auf YT.

      Mit dem Strompoti erfolgt die Vorwahl des max. Stromes, welcher direkt proportional zum max. auftetenden Lastmoment ist.
      Mit dem Spannungspoti erfolgt die Vorgabe für die Solldrehzahl.
      Sinkt jetzt die Istdrehzahl unter die Solldrehzahl, erhöht der Regler die Spannung solange bis die Solldrehzahl wieder erreicht, oder der max. eingestellte Motorstrom erreicht wird.

      1. Vorraussetzung ist: Die Stromversorgung kann mehr als die 12 V und zugleich auch den max. Motorstrom liefern.
      2. Vorraussetzung: Der max. Motorstrom darf 50% des Blockierstromes bei Nennspannung nicht überschreiten.
      Anderenfalls erfolgt eine Entmagnetisierung und damit eine Zerstörung des Motors.


      M.f.G. Jörg

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von Kaeptn Graubeer ()