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    • In meiner Werft ist auch wieder mal etwas gegangen. Die Trenn-Nähte im 680 mm langen Vorschiff sind verstärkt worden.

      Bei den meisten Epoxy- und Polyesterrümpfen sind die Trennnähte die Schwachstellen. In der Regel werden die obere und untere Rumpfhälfte mit Nahtband verbunden. Dabei werden meist weniger Schichten appliziert, als der Rumpf selbst hat. Der Grund dafür liegt bei den Kosten. Ein Nahtband in ein grosses Boot einzubringen, ist ein Riesenaufwand mit langen Pinseln, Greifern, Pinzetten, Innenbeleuchtungen und manchmal auch Schwanenhalskameras.

      Wie auch immer, ich habe das Vorschiff mit einer Lage GFK (grün) auslaminiert und dabei das vorhandene Nahtband (rot) grossflächig abgedeckt.




      Das Vorderdeck selbst, hat noch nicht meine Wunschstabilität. Ich werde dort noch 2 leichte Spanten setzen. Gewichtstechnisch ist das die bessere Lösung als x Schichten Glas einzulaminieren.

      Der hintere Teil des Rumpfes wird mit 2 Schichten Fasern (Kohle und Glas) verstärkt. Er steht jetzt schon mal in Position ...



      Grz. madliz
    • ... auch auf dieser Baustelle ist wieder einmal etwas passiert.

      Den Heck-"Bürzel" habe ich mit sehr leichtem Balsa Spachtel aufgefüllt.




      Dann die übliche Prozedur mit Schnittmustern. Da die Kohlefaser ein Sichtgewebe wird, habe ich an den Schnittkanten wieder die Sprühklebermethode angewandt. Die Schnittkanten sind nachher teilweise sichtbar und sollen möglichst sauber und genau sein.




      Laminiert wurden 2 Schichten: 1 x Kohlefaser Spread, Köper, 200g/m2 und 1 x Glasfaser, Köper, 160 g/m2 als Deckschicht.
      Aus gründen der schlechten Zugänglichkeit, war das doch eine grössere Übung mit viel klebrigen Fingern.
      Der Rest des Rumpfes wird dann sicher zügiger ablaufen ...



      Grz. madliz
    • Du sagst es, Reinhard.
      Es braucht einfach viel Zeit, Geduld und Ausdauer ... und natürlich klebrige Finger.
      Mit Nitril-Handschuhen zu arbeiten hat nicht so richtig geklappt. Vor allem an den Seitenrändern oben. Mit den Fingern spürt man, ob da noch Luft unter dem Gelege ist. Mit den Handschuhen ist das Gefühl ziemlich stumpf.

      Das Auslegen eines fertigen Rumpfes ist denn auch viel aufwändiger, als einzelne Lagen in eine offene Form zu laminieren.

      Grz. madliz
    • Jetzt habe ich das Thema der Spanten im Vorschiff in Angriff genommen. Zuerst festlegen wo sie hinkommen.
      Dann mit der Konturenlehre die Form abgreifen. Und auf Papier übertragen.



      Für eine Zeichnung muss natürlich auch die Höhe bekannt sein. Nur, wie messe ich die Distanz von Decksmitte zur Kiellinie?
      Normalerweise kann dies mit einem Zirkel bewerkstelligt werden. Nicht aber, wenn da irgendwelches Gedöns dazwischen liegt.
      Dazu habe ich mir jetzt ein Instrument gebaut.



      Der Name dafür, ist eine freie Erfindung von mir.
      Das Teil hätte ich schon öfters gebrauchen können. Und nach einem kurzen Arbeitseinsatz habe ich es jetzt endlich ...

      Grz. madliz
    • Der vordere Spant ist entstanden - Papierschnittmuster - Spant aus Pappe - Spant aus Sperrholz mit Glasfaser laminiert.
      Da dieser nachher nicht mehr sichtbar ist habe ich auf eine Kohlenfaserlaminierung verzichtet. Der angeklebte Winkel dient nur der Ausrichtung und wird nachher entfernt.



      Grz. madliz
    • Soooo ... der erste Spant ist drin! Eine kleine Doktorarbeit mit Taschenlampen, Schwanenhalskamera und allerlei Verlängerungen.
      Die Distanz von der Rumpföffnung beträgt 35 cm. Klingt nicht nach viel - ist aber viel, wenn man dort etwas werkeln muss.

      Eingeklebt ist das Ding mit einem Urethan Kit/Kleber. Der bleibt elastisch und fängt Stösse von der Rumpfaussenseite ab.
      Es kommt nicht selten vor, dass bei starr verklebten Spanten in Powerboatrümpfen die Wände von den Spanten durchschlagen werden. JA, ab 100 km/h ist Wasser sehr hart!
      Ich werde in diesem Boot sämtliche Einbauteile mit solchem Kleber befestigen ...





      Natürlich ging auch dieser Prozedur zuerst ein Test voran. Und da muss man schon ziemlich reissen, biss sich die Klebungen lösen ...




      Grz. Der, der immer neu Wege sucht
    • sooo ... jetzt ist der Hauptspant auch vorbereitet. Ein 4-schichtiges Sandwich aus 163er Glas - 3mm Sperrholz - 200er Kohle - 163er Glas.

      Der Spant wird jetzt an 3 Punkten im Boot fixiert. Der Abstand zu den Bootswandungen wird 1-2 mm betragen. Dieser Spalt wird aufgefüllt mit einem Sikaflexkleber. Die "Klebewurst" wird dann mit einem geeigneten Fugenspachtel bearbeitet.
      So entsteht eine flexible und schlagfeste Verbindung zum Rumpf.




      Grz. madliz

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von madliz ()

    • ... ja, das Zeugs klebt ziemlich gut! Mir graut's aber jetzt schon davor, die Fuge, "unter Tage" schön hinzubringen.

      Zum Glück ist das schwarze Sikaflex noch nicht geliefert. Ich hab noch etwas Galgenfrist ....

      Aber wie der YORK so sagt:
      Alle sagten immer: "Das geht nicht!" - Dann kam einer, der wusste das nicht, und hat es einfach gemacht.

      In diesem Fall werde ich es einfach machen ...


      Grz. madliz