"3D - O.T." / 3D - Ocean Tug

    Diese Seite verwendet Cookies. Durch die Nutzung unserer Seite erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies setzen. Weitere Informationen

    • "3D - O.T." / 3D - Ocean Tug

      ... gerne trage ich wieder etwas zur Belebung des Forums bei. Hier nun der bereits früher angesprochene Baubericht meines Hochseeschleppers aus dem 3D-Drucker.

      Wie fast alle Modellbauer, hat mich diese Drucktechnik irgendwie fasziniert. Doch bevor ich mir einen Drucker anschaffe,
      wollte ich mich etwas näher mit solchen Druckteilen und deren Eigenschaften beschäftigen und Erfahrungen sammeln.

      Wie es der Zufall wollte, wurde im Internet ein gedruckter Rumpf in zwölf Teilen angeboten. Da habe ich nicht lange gezögert und die Teile zu einem moderaten Preis gekauft.
      Es soll ein Hochseeschlepper von ca. 700 mm Länge sein.




      Für Leute, die es interessiert:
      Die 12 Druckteile sind hergestellt aus PLA-Filament (Polylactide).
      PLA ist ein Polymer, entstanden aus Milchsäure. D.h. es besteht aus chemisch aneinander gebundenen Milchsäuremolekülen.
      PLA und ABS sind wohl die am weitest verbreiteten Kunststoffe am Filamentmarkt.
      PLA ist ein Thermoplast und auch biokompatibel.




      Grz. madliz

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von madliz ()

    • Nur cool bleiben Carsten. Kommt alles noch. Dann gibt's dann auch noch ein paar Fotos auf die Augen.

      Ich habe die Rumpfteile verklebt, resp. mit dem richtigen Lösungsmittel "verschweisst".
      Der Rumpf-Ausdrucker hat übrigens behauptet das gehe auch mit 2K (Harz, Araldit, Uhu). Aber meine Vorversuche haben mich des Besseren belehrt. Das hält jetzt gar nicht.

      Als Klebemittel sind diverse Lösungsmittel oder Fertigkleber mit diesen Lösungsmitteln geeignet.
      Ein paar Beispiele: Ethylacetat, Methylacetat, Tetrahydrofuran, Dichlormethan usw.
      Aceton hingegen eignet sich gar nicht. Das löst PLA nicht an. Aceton wäre gut für ABS.

      Ein weitere Herausforderung waren die Verbindungen des Rumpfes mit Metallen oder Holz (Motorträger, Deck usw.)
      Für diese Zwecke hat sich Silikonkitt (das Sanitärzeugs, aber nicht Essigsäurebasiert) hervorragend bewährt.

      Grz. madliz
    • Genau Rene! Auf Eisbrecher bin ich zuerst gekommen.
      Leider weiss ich gar nichts über das Boot. Ich habe beim "Drucker" nachgefragt. Er konnte mir auch nicht weiterhelfen. Offenbar hatte er nur das Druckfile von irgendwo runtergeladen.

      Gemäss meinen Nachforschungen im Netz, tippe ich am ehesten auf einen Janusschlepper (Massstab ca. 1:100)
      Eventuell habt Ihr noch weitere Ideen, wenn der Rumpf erstmal beisammen ist.

      Grz. madliz
    • naja könnte auch eine Art Versorger oder Forschungsschiff sein, die sind auch häufig mit Eb Bug ausgestattet.

      Auf jeden Fall nix altes, der Aufbau ist schon recht modern.

      Kuck mal hier Forschungsschiff "Sonne"
      Wäre ein schönes Vorfeld.

      Und die Jungs sind so hilfsbereit und uns Modellbauer wohlgesonnen, kurze Anfrage, etwas Geduld und die helfen mit Plänen Bildern, Info's.

      Hatte mal ne Frage bzgl. der Mellum, 2 Tage und ein Telefonat später hatte ich die Pläne Bilder und und und... Incl. ner Einladung.
      Sic transit gloria mundi

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von Rene ()

    • PLA ist sogar kompostierbar!

      Ich verklebe meine PLA Druckteile mit dem genannten Dichlomethan, nicht ganz ungefährlich aber es verschweisst das Material.

      Da sich dieses Zeug schlecht aus der Literflasche aufbringen lässt, nutze ich 5ml Spritze mit einer 0,4mm Kanüle (Spitze abgeschliffen!)... damit lässt sich das wasserdünne Dichlormethan mit etwas Übrung "halbtröpfchenweise" dosieren. Bei kleinen Klebestellen nur auf eine Seite, bei grösseren beidseitig, zusammendrücken (es bleibt ein wenig Zeit zum Korrigieren) dann liegenlassen ein paar Minuten ... verschweisst.


      Auch ist das Zeugs seeehr flüchtig und sollte nur bei sehr guter Belüftung verwendet werden!
      Schiff-, Flug-, Auto-, Motorrad- und LKW-Modellbau
      ...Alles ausser Verbrenner und U-Booten...
      Homepage: rc-scalers.de
      Mitglied im VzBbA = Verein zur Bekämpfung blödsinniger Abkürzungen
      -Px
    • Danke Rene, für die Links. Diese werden mir dann helfen beim Decksaufbau.

      Für den Zusammenbau des Rumpfes habe ich UHU Hart Kunststoff verwendet. Ein Kleber auf Basis von Ethylacetat.
      Nachdem alle Teile aneinander waren, habe ich auf der Innenseite über die Klebestellen noch einen schmalen Wulst Klebstoff angebracht.




      ... und jetzt ist das Baby an einem Stück.
      Länge 695 mm
      Breite 162 mm
      Gewicht 715 g

    • Klasse Rumpf!
      UHU Hart kann dabei aber lediglich eine provisorische Lösung sein.
      Bei meinen Modellen haben sich die Klebestellen nach geraumer Zeit und Beanspruchung immer wieder gelöst.
      Dabei habe ich die Klebestellen ausreichend entfettet und angeraut.
      Ich werde mir demnächst auch mal Dichlormethan bestellen und damit Versuche anstellen.

      Gruß
      Frank
      Ich weiss, dass die Stimmen in meinem Kopf nicht real sind...
      Aber manchmal haben sie RICHTIG GEILE IDEEN!!!
    • madliz schrieb:


      .....
      Der Rumpf-Ausdrucker hat übrigens behauptet das gehe auch mit 2K (Harz, Araldit, Uhu). Aber meine Vorversuche haben mich des Besseren belehrt. Das hält jetzt gar nicht.

      ...
      Harz scheint nicht zu funktionieren, selbst hab ich es jedoch noch nicht versucht... bin halt Dichlormethan-Fan bei PLA
      Schiff-, Flug-, Auto-, Motorrad- und LKW-Modellbau
      ...Alles ausser Verbrenner und U-Booten...
      Homepage: rc-scalers.de
      Mitglied im VzBbA = Verein zur Bekämpfung blödsinniger Abkürzungen
      -Px
    • von Lindenhorst schrieb:

      Klasse Rumpf!
      UHU Hart kann dabei aber lediglich eine provisorische Lösung sein.
      Bei meinen Modellen haben sich die Klebestellen nach geraumer Zeit und Beanspruchung immer wieder gelöst.
      Dabei habe ich die Klebestellen ausreichend entfettet und angeraut.
      Ich werde mir demnächst auch mal Dichlormethan bestellen und damit Versuche anstellen.

      Gruß
      Frank

      Ich habe "UHU Hart Kunststoff" verwendet und nicht "UHU Hart".

      UHU Hart Kunststoff = Ethylacetat-Basis
      UHU Hart = Methylacetat-Basis

      Das sind 2 verschiedene Sachen!
      Versuche an Ausschussteilen, haben auch ergeben, dass normaler UHU Hart bei weitem weniger gut hält, als die "Hart Kunststoff" Variante. Stumpf verleimte Teile konnten nur schwer gebrochen werden.

      Mir persönlich ist der Klebstoff lieber als Dichlormethan, weil er eben noch gewisse Füllmasse mitbringt. Durch das werden Klebeflächen besser ausgeglichen, falls sie dann nicht ganz plan sind. DM ist wirklich sehr flüchtig und wasserdünn ...


      @Rene

      Handelsübliche 2K Harze für Laminierungen im Modellbau halten nicht darauf. PLA wäre eigentlich gut um eine Negativ oder Positivform herzustellen. Die nachträgliche Laminat kannst Du abreissen ohne Trennmittel. Ich will damit nicht abstreiten, dass es vielleicht irgendwo ein Spezialharz gibt, welches hält ...

      Grz. madliz
    • ... auch etwas Antriebstechnisches musste rein.

      Selbstverständlich Eigenfabrikation oder aus der Rappelkiste ...
      Etwas passendes zeichnen, fräsen, feilen, bohren und abkanten macht mir allgemein mehr Freude, als ein Teil zu kaufen, welches dann doch nur ein Kompromiss ist ...




      Das Stevenrohr ist eingeklebt mit Coltogum-Silikon-Kit.




      Grz. madliz
    • Der nächste Zwischenschritt ist erreicht.

      Die Welle dreht und das Ruder lenkt.



      Ein Vorteil des 3D-Druckes ist sicher die Möglichkeit, Halterungen für Wellen, Servos usw. gleich mitzudrucken.
      Auch Decksverstrebungen und Auflagen erleichtern den späteren Aufbau.

      Das Stevenrohr und eine Messingführung für das Ruder, sind mit Coltogum Silikon eingeklebt.
      Für die Servoverschraubung habe ich kleine Gewindehülsten gedreht, welche im Kunststoff eingelassen wurden.
      Die Motorhalterung, welche ich bereits im richtigen Winkel abgekantet hatte, wurde mit einem doppelseitigen, ultra-strong- Klebeband befestigt.

      Grz. madliz

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von madliz ()

    • Genau!
      Aber das qualitativ beste nehmen (T... powerbond ultrastrong)!

      10 cm halten auf ebener Grundfläche 10 kg (entspricht bei einer Breite von 19 mm = 1900 mm2)
      Meine Motorhalterung hat eine Klebefläche (Grundfläche) von 70 x 50 mm (Fläche 3500 mm2)

      ... jetzt Dreisatz-Rechnen:

      1900 mm2 halten 10 kg
      3500 mm2 halten 18 kg (!)

      Was willste mehr?!

      Das Band klebt vorzüglich auf dem PLA und dem Aluminium. Zudem ist die mittleren Schicht weich. Das fängt die Schwingungen des Motors gegenüber des Rumpfes ab.

      Grz. madliz