Miss Rescue (Bergeboot)

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    • Miss Rescue (Bergeboot)

      Wie schon an anderer Stelle angesprochen, möchte ich Euch hier mein Bergeboot oder einfach Retti vorstellen.

      Sollte es niemanden interessieren, dann sagt es mir und ich werde den Bericht sofort beenden.

      Als ich ins Hobby Bootsmodellbau einstieg, wurde mir schnell klar, dass da ein Notnagel vorhanden sein muss.
      Dies vor allem bei Renn- und Powerbooten, bei denen der "one-eighty" zur Tagesordnung gehört.

      Das Boot sollte auch als Übungsobjekt für künftige Boote dienen. Ferner wollte ich mich mit dem Aufbau auch mit den heutigen Fernsteuer- und Antriebstechniken auseinandersetzen.
      Meine Erfahrung dahingehend liegend rund 25 Jahre zurück, da ich mich in der Zwischenzeit ausschliesslich mit Dampfmaschinen beschäftigt habe.

      Die Anforderungen an das wählende Modell:
      - Spantenrumpf in Holzbauweise
      - günstiger Bausatz
      - einfach modifizierbar (z.B. in ein Fischer-, Futter-, Dampf-Boot oder Schlepper = Remorqueur)
      - stabil & kräftig
      - standfest im Wasser
      - spezielle Bauteile (Ruder, Antriebseinheit, Aufbau usw.) möglichst selbst anfertigen (kein Outsourcing)
      - kein Scale-Bau


      Die Wahl fiel auf einen Hozbausatz der französischen Firma Soclaine.


      Das Boot, ein sogenannter Caboteur = Frachter = Ledischiff.
      Masse: Länge, Breite, Höhe = 610mm, 200mm, 370mm
      Geliefert wurden gestanzte, passgenaue Holzteile und einige Anbau- und Zubehörteile.




      ... und so sollte es dann aussehen, wenn man nach Vorschrift aufbaut
      Nun ja, wenn einer glaubt, ich baue nach Vorschrift, dann kennt er den "madliz" schlecht!





      Grz. madliz
    • Die Herstellerfirma macht eine Angabe: "ab 10 Jahren"
      Nun denn, so trivial war das auch wieder nicht. Dies umso mehr, als es um die Verarbeitung der Planken und des Bodens ging.
      Einige Improvisationen, Schraubzwingen, Anpassungen und Dampfbehandlung des 3 mm Sperrholzes waren nötig.




      ... und wer hat noch nie geflucht über abrutschende Schraubzwingen.
      Holzkeile mit Zwischenlagen aus Schleifpapier sind ein probates Mittel dagegen.





      Grz. madliz

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von madliz ()

    • Hallo Carsten

      Es ist eigentlich klar, dass Du als Modellbau-Profi diese Firma nicht kennst.
      Die stellen auch mehr oder weniger nur Einsteiger-Modelle her. Soclaine
      Für mich war das Boot aber genau richtig. Ein spartanisches Grundmodell, welches ich nach eigenem Gutdünken modifizieren kann.
      Soclaine ist übrigens sehr zuvorkommend. Ein Teil hat im Bausatz gefehlt. Ein Mail und prompt kam das Paket.
      Ich habe bestellt beim "blauen C".
      Die Teile waren alle recht passgenau und von guter Holzqualität. Aber es ist Holz und das muss für eine schöne Lackierung gespachtelt und geschliffen werden ...

      Grz. madliz
    • Genau Jörg, so sehe ich das auch!
      Ein Bausatz für Einsteiger und Jugendliche unter gelegentlicher Begleitung erfahrener Bastler.
      Der eigenen Kreativität sind keine Grenzen gesetzt. Mit Sperrholz und Laubsäge lässt sich da noch einiges verändern resp. pimpen ...

      Hier noch 2 Videos von fertigen Booten:

      Video 1
      Video 2

      Grz. madliz
    • ... und weiter geht es mit dem Baubericht.

      Kabine und Maschinenraum bestehen aus einfachen, nicht gebogenen Teilen. Das heisst durchwegs stumpfe Stossverbindungen.
      Das macht besonders Spass, da bei jeder Verbindung noch der Winkel berücksichtigt werden muss.
      Viele Schraubzwingen und Winkellehren machen richtig Laune ... dies vor allem, wenn noch alles an den Fingern klebt!





      Da ich ja eigentlich einen Schlepper oder Tuggy bauen wollte, hatte ich mich für die erste Modifikation entschlossen.
      Maschinenraum/Kabine wurde nach vorne gerückt. So ist hinten auf dem Deck hinten genügend Platz für weitere Spezialitäten geblieben.



      Grz. madliz
    • ... apropos Gummipuffer!

      Wart ab, was ich da noch alles vorne und oben draufgebaut habe ...
      Das Boot ist jetzt fast drei jährig und hat so manche Optimierung durchlaufen. Es ist heute sehr zuverlässig und hat mir schon so manchen Havaristen an Land gebracht!

      Bis demnächst in diesem Baubericht.

      Grz. madliz
    • Hier folgen nun weitere Modifikationen gegenüber des mitgelieferten Bauplans.

      Im Schanzkleid wurden 4 unverschlossene Speigatten mit innenseitiger Verstärkung ausgeführt.




      Dazu kamen Süllränder an beiden Decksöffnungen.




      Und nach einer Holzbehandlung inwendig, ist ein Zwischendeck installiert worden.



      Grz. madliz
    • ... dass mir ja keiner einschläft! Darum geht es hier gleich weiter.

      Die Decksluken werden verschlossen mit passgenauen Deckeln (Schuhkarton-Prinzip).




      Für die Verschlüsse habe ich an der Drehbank etwas Chinesenarbeit geleistet.




      Die hintere Luke wird an 4 Punkten fixiert, da sie selten geöffnet werden muss.
      Die vordere Luke wird vorne in spezielle Beschläge eingefahren und alsdann hinten verschraubt.




      Grz. madliz
    • EMCO compact 5

      Eine ideale Maschine für den Modellbau.
      Die Spitzenhöhe ist mit 65 mm leider etwas klein. Musste deswegen für die Schwungräder meiner Dampfmaschinen manchmal auf eine grössere Myford bei einem Kollegen ausweichen.



      Aber eben, für meine kleinste Maschine war die Drehbank schon fast wieder zu gross ...




      Grz. madliz
    • Die im Baukasten enthaltenen Bestandteile für Ruder und Antrieb haben mich nicht wirklich überzeugt.
      Mein Boot sollte ja möglichst zuverlässig sein und auch kräftiger motorisiert werden.

      Antrieb und Ruder aus Bausatz




      Ruder, Anlenkung aus Eigenbau




      Stevenrohr mit Öler und Welle aus Eigenbau



      Es sollte sich jedoch später herausstellen, dass das Ruder Flächenmässig zu klein war. Nach den Testfahrten habe ich dieses durch ein grösseres Teil ersetzt.
      Heute studiere ich bereits über ein Flossenruder nach ...

      Grz. madliz
    • Auch die Motorisierung habe ich nicht gemäss Baukasten resp. Bauplan ausgeführt.

      Mitgeliefert wurde ein kleiner Mabuchi-Motor. Dieser wurde ersetzt durch ein 6V-Exemplar der Reihe 540 (35.8 x 50 mm). Für den Betrieb war 2S angedacht.




      Die Motorhalterung ist ein Eigenbau.




      Im Modell selbst habe ich einen Motorschemmel mit entsprechender Neigung aufgebaut.




      Die anfängliche Motorisierung mit 2S habe ich im Laufe der Zeit noch auf 3S geändert mit einem 12V-Motor.
      Auch eine Entstörung ist dazu gekommen. Allerdings nicht, weil es Probleme gab, sondern einfach weils cool aussieht ...





      Grz. madliz
    • Als Regler wurde übrigens ein Hobbywing Quickrun WP 1060 Brushed 60A eingesetzt.
      Ein Regler der auch im Car-Bereich verwendet wird. Der Retourgang ist bei einem Bergeboot von Vorteil.



      Nach dem nun die ganze Kiste technisch beisammen war, habe ich mich der Lackierung zugewandt.



      Grz. madliz
    • Hallo Carsten

      Habe den Rumpf nur mit verdünntem Epoxy gestrichen (20% Brennsprit). Es kam kein Gewebe zum Einsatz.
      Nachher Schleifen, Spachteln (2K Feinspachtel), Grundieren mit ziemlich dicker Farbe, nochmals schleifen und zum Schluss Kunstharzfarbe mit Schaumgummiroller.

      Mein nächstes Bergeboot wird dann voll GFK. Die Idee dafür spinnt mir schon im Kopf rum.
      Das vorliegende Retti ist ideal für Havaristen bis 1m. Da ich aber auch grössere Powerboote besitze, muss bald etwas kräftigeres her ...

      Grz. madliz