Long Tail Drag Race Boat

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    • Long Tail Drag Race Boat

      ... schon lange haben mich diese Boote fasziniert!
      Da ich Mainstream nicht sonderlich mag, baue ich keinen ubiquitären Katamaran, sondern ein "Long Tail Drag Race Boat", oder auch "Song Ton Boat".

      Damit meine ich nicht die grossen und schwerfälligen Toruistenboote, sondern die Einmann-Boote, welche für Rennen eingesetzt werden.
      Solche Rennen werden mit manntragenden Booten und Modellen ausgetragen.
      Da sich diese Boote nicht zum kurvenräubern eignen, werden in der Regel Drag Rennen gefahren. Also eine Gerade auf einem Kanal, Boot gegen Boot.

      Quelle


      Und ganz cool, der 4.platzierte erhält einen Reiskocher als Preis. Somit steht auch der Projektname schon fest:


      = Reiskocher


      Mein Modell-Rumpf soll mit einfachen Mitteln, wie Sperrholz, Säge, Leim und Farbe entstehen. Genau so, wie es die Jungs aus Thailand praktizieren.
      Und nein, Flip-Flops werde ich mir deswegen nicht anziehen. Ich werde auch nicht auf dem Küchenboden arbeiten ...
      Als Orientierungshilfe dient mir ein Bauplan, welchen ich von einem befreundeten Thai aus Pattaya erhalten habe.
      Der gleiche Plan, oder besser das Schnittmuster existiert auch im Internet.
      Das Grundmass für dies Boote liegt immer bei 600 mm x 160-180 mm (ohne Antriebsausleger).




      Um in die Materie einzusteigen, habe ich zuerst einen Prototypen aus Karton aufgebaut.




      Grz. madliz
    • Ja genau Zengi! Ich kenne diese Video's auch.
      Wobei man bei den "grossen" offenbar 2 Klassen unterscheidet:
      Diejenigen mit den "Mädchenmotoren" (Rotax oder irgendwelche Motorradmotoren).
      Und dann sind da noch die Harten. Da wird vorzugsweise mit 1600-er Toyotamotoren gefahren (teilweise sogar mit Turbo).




      Bei den Modellen werden keine beweglichen Stevenrohre eingesetzt.
      Es gibt hinten am Boot einfach einen langen Ausleger mit Ruder und Prop.

      @ Rene: Mit dem Ruder bekommt man die Modelle zurück. Man muss einfach vorsichtig wenden ...



      Grz. madliz
    • Gut gesägt, ist halb geschliffen!

      Ein Stück 4 mm Pappelsperrholz, eine Papiervorlage, eine Laubsäge, 2K Leim/Harz und Schleifpapier sind zum Bau des Rumpfes nötig.
      Pappelsperrholz deswegen, weil es die kleinere Dichte hat als Buchensperrholz (Pappel ca. 400 kg/m3, Buche ca. 760 kg/m3).
      D. h., das gleiche Volumen Pappelsperrholz vermag somit mehr Gewicht zu tragen als Buchensperrholz.

      Die langen, seitlichen Bordwände werden jeweils als Paar ausgesägt und geschliffen. Dazu verzäpfe ich jeweils 2 Bretter.
      Die Zapfen kommen erst weg, wenn der Grossteil passend geschliffen ist. Diese Arbeitsweise garantiert absolut identische Teile.




      Um Sperrholz zu biegen, gibt es verschiedene Ansätze.Bei mir wird eine halbe Stunde gewässert und anschliessend in der Form getrocknet.
      Auf diese Weise, kann später fast spannungsfrei verleimt werden.



      Grz. madliz
    • Entgegen der traditionellen thailändischen Bauart, werde ich den Bugbereich und die doppelt geführten Seitenwände luft- und wasserdicht verschliessen.
      Dazu habe ich am Bootsboden durchgängig 4 mm Abstandsleisten angebracht. Verschlossen wird mit 1 mm Balsa, welches innen und aussen mit Epoxy imprägniert ist.

      Die entstehenden Luftkammern sollen helfen, das Boot nach einem One-Eighty an der Wasseroberfläche zu halten.
      Dies umso mehr, da ich ja nicht auf knietiefen Bewässerungskanälen zwischen den Reisfeldern fahre, sondern auf dem See ...




      Grz. madliz
    • Hallo Gunnar

      Ich sehe, Du bist ein sehr aufmerksamer Leser. Und Du verstehst das auch völlig richtig.
      Der Bauplan, oder besser die minimale Zeichnung, gibt eine leichte Rundung vor.




      Eine beidseitig gleichmässige Biegung des 4 mm Sperrholzes, am äusseren Bereich des Bodens, wäre relativ schwierig gewesen.
      Zumal der Streifen mit ca. 20 mm ziemlich schmal ist. Ich hätte Balsa einsetzen können, was aber die Stabilität beeinträchtigt hätte.
      Wobei ich dazu sagen muss, dass ich auch in keinem der thailändischen Bauvideos diese Biegung gesehen habe.
      Ich perönlich glaube auch nicht, dass sich diese minimale Biegung entscheidend auf den Geradeauslauf auswirkt.

      Hätte der Rumpf Spanten, dann wäre diese Biegung mit längs geteilten Bodenbrettchen viel einfacher zu realisieren.
      Ich wollte aber vorerst einmal ganz einfach und mit wenig Aufwand bauen. Falls das Boot später richtig Spass macht steht einer
      2. Auflage mit Spanten und eigenem Plan nichts im Wege.

      Es steht mir jetzt immer noch die Möglichkeit offen, das Holz im besagten Bereich runterzuschleifen. Ferner bleibt weiter die Möglichkeit der Stringers oder des Vee-Aufbaus.

      Versuch macht klug ...

      Grz. madliz

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von madliz ()

    • Ein kleines Vee unter der vorderen Stufe wäre sicher kein Fehler... Heckbereich plan lassen. Die Stufe sollte "messerscharf" werden, damit die Fuhre sich nicht "festsaugt" ...
      Schiff-, Flug-, Auto-, Motorrad- und LKW-Modellbau
      ...Alles ausser Verbrenner und U-Booten...
      Homepage: rc-scalers.de
      Mitglied im VzBbA = Verein zur Bekämpfung blödsinniger Abkürzungen
      -Px
    • Ja Christian, glaub mir - ich habe auch schon einige Ideen, was ich an einer 2. Auflage verändern würde.
      Dann musst Du mir doch bald die Lieferadresse durchgeben...

      Das ist ja fast vergleichbar mit einem Hausbau:
      Das 1. Haus baut man für einen Feind
      Das 2. Haus baut man für einen Freund
      Das 3. Haus baut man für sich selbst


      Grz. madliz

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von madliz ()

    • Statt Fotos, gibt es heute nur etwas Theorie auf die Augen.

      Es gilt die Tragfähigkeit des Holzrumpfes zu bestimmen, wenn er nach einem Überschlag kopfüber im Wasser liegt.
      Auf das archimedische Prinzip eines ordentlich schwimmenden Bootsrumpfes, mit entsprechender Verdrängung, kann in diesem Fall nur bedingt gezählt werden.

      Viel mehr muss die Auftriebskraft des Holzes, der Gewichtskraft der elektrischen Komponenten erfolgreich entgegen wirken.


      Das Boot besteht bis jetzt aus Holz, Kleber, Epoxidharz, Spachtel und Farbe: 235 g
      Die Dichte des verwendeten Sperrholzes beträgt: 0.392 g/cm3
      Die Dichte von Wasser beträgt: 1.0 g/cm3
      Also vermag 1 cm3 Holz die Differenz 1.0 - 0.392 = 0.608 g im Wasser zu tragen.
      Um etwas Sicherheit enzubauen und dass die Sache nicht unter dem Wasserspiegel schwebt, postuliere ich jetzt den Wert 0.550 g.

      Ich vernachlässige Kleber, Harz, Spachtel und Farbe. Diese Bestandteile sollten eigentlich durch die eingebauten Luftkammern getragen werden.

      0.392 g entsprechen 1 cm3 Holz
      235 g entsprechen 599 cm3 Holz


      1 cm3 Holz trägt 0.550 g Technik
      599 cm3 Holz trägt 329 g Technik


      Folglich sollten meine einzubauenden Komponenten nicht schwerer als 329 g sein.
      Jedes Stück Holz, das ich noch zusätzlich einbauen würde, korrigiert den Wert nach oben
      (z.B. Gehäuse Empfänger, Ausleger aus Holz anstatt Alu, Gitterrost auf dem Schiffsboden).
      Angesagtes Ziel ist es, ohne zusätzliche Schwimmkörper auszukommen.
      Selbstverständlich werde ich mit dem leeren Rumpf im Wasser noch Ballast-Test's durchführen.


      Grz. madliz

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von madliz ()

    • Nanu, keine Kommentare?
      Dann waren meine Berechnungen wohl richtig, oder derart kompliziert, dass es niemand verstanden hat.

      Nun denn, der Praxistest verlief äusserst erfreulich.

      Der Rumpf vermag mehr als 550 g technischen Ballast zu tragen, bevor er absäuft. Der theorethisch vorausberechnete Holzauftrieb betrug ja lediglich 329g.
      Die eingebauten Luftkammern scheinen sich positiv auszuwirken.



      Grz. madliz