"Mordwagen" der Polizei um 1934 -Maßstab 1:18

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    • "Mordwagen" der Polizei um 1934 -Maßstab 1:18

      Die Intermodell ist schon am Horizont zu sehen, so dass noch Modelle für die Ausstellung im April gebaut werden "müssen". Andere aktuelle Baustellen liegen daher derzeit erst mal auf Eis. :rolleyes:
      Nachdem ich im Internet Fotos eines "Mordwagens" der Polizei um 1934 gesichtet habe, stand fest, so ein Teil könnte man auch noch bauen.. mal eben 8) , gab es doch da ein passendes Basismodell, einen Mercedes 1928 "Nürburg".
      Zumíndest hätte es das passende Basismodell sein können, gab es im Inernet doch nur ein Bild von schräg Hinten.... :grueb:
      Im Rahmen weiterer Recherche scheint es dann doch eher ein Mercedes-Sonderfahrzeug von 1930 zu sein. ..und schon war mit "mal eben" wieder Schluß ?(


      Hier mal ein paar Fotos des Basismodells...

      Diese Rückansicht hatte mich zu "mal eben" verleitet.. :whistling:

      Klar war von Vornherein, dass das Modell zerlegt werden mußte, um den Innenbereich der Fahrgastzelle zu verändern.





      Die hintere Sitzbank scheint zu weit hinten zu sein, so dass sie herausgesägt wurde und nach vorn versetzt wird...



      ,,ist noch etwas zu hoch, da die Lehne nicht über den Seitenrand zeigen darf..
    • Im Rahmen der weiteren Recherche mußte ich feststelen, dass zwar die Personenkabine passend ist, aber der Motorbereich zu lang. Das Gesamtfahrzeug ist weniger protzig.



      Der Aufbau des Modells ist aus Zinkdruckguss, so dass hier mit Trennscheibe und Dremel "geflext" werden mußte. :)

      Hier ist die verkürzte Ausführung probeweise zusammengestellt.


      Ach ja, was ist eigentlich ein "Mordwagen"? :wait-: Anfang der 1930er Jahre wurde in Berlin (?) ein Spurensicherungsfahrzeug für Mordermittlungen der Kriminalpolizei eingeführt. Es führte alles an Gerätschaften, Fotoausrüstung, Klappleitern, etc., etc., mit. Durch die Zweckbestimmung, bürgerte sich bald die Bezeichnung "Mordwagen" ein..


      Gruß Egon
    • Ein netter Kollege hat mich darauf aufmerksam gemacht, dass der "Mordwagen" 1926 vom Kriminalisten Ernst Gennat in Berlin eingeführt wurde. :)



      Für die Stabilität des Kunststoffunterbodens sorgen Plastikreste...


      ..hier steht der Wagen schon ohne Stütze. :)

      Die vorderen Kotflügel mußten abgesägt werden, da der Radius nicht passend war. Ein Versuch, die vorhandenen Teile zu biegen schlug leider fehl. ?(
      Durch die Verkürzung entsteht zwischen Fahrgastzelle und Motorverkleidung ein zu verschließender Spalt.

      Ich habe ihn mit Plastiksheet verschlossen..



      ..danach konnten die beiden Aufbauhälften verklebt werden.




      Gruß Egon :wink:
    • Hallo Egon!
      Tolles Projekt was Du Dir da mal wieder rausgesucht hast.
      Vor ca. 20 Jahren hatte ich ein paar mal das Glück bei der ein oder anderen Oldtimer Rallye mit einem Mercedes Benz "Stuttgart" teilzunehmen.
      Das war ein Erlebnis der besonderen Art. Der Stuttgart kommt dem Nürburg optisch sehr nahe. Leider sind alle Fotos davon mit meiner "Sicherungsplatte" in die ewigen Jagdgründe aufgegangen. (Fluch und Segen von Digitalkameras)
      Den Stuttgart gab es in verschiedenen Ausführungen, ich könnte mir vorstellen, dass es bei dem Nürburg nicht anders war.
      Wenn ich einen CF-Kartenleser hätte, könnte ich mal mein Karten durchforsten.

      Gruß
      Frank
      Ich weiss, dass die Stimmen in meinem Kopf nicht real sind...
      Aber manchmal haben sie RICHTIG GEILE IDEEN!!!
    • Dankeschön für die Blümchen :)

      Die Inneneinrichtung muss auch dem gekürzten Chassis angepasst werden. Im Fußraum des Fahrers stören jetzt die zwei Befestigungsstreben...




      Der Mordwagen hatte u.a. einen Klapptisch, damit vor Ort auch Schreibarbeiten erledigt werden konnten..



      Die Tischplatte entstand aus Balsaholz mit Plastikstreben... Die Stützen aus Zahnstochern... :)


      und so siehts gebeizt und montiert aus.

      ....habe dann den Tisch doch noch in Dunkel gebeizt...

      Gruß Egon :wink:
    • So, es geht wieder mal ein Stückchen weiter! :) Da das Basismodell auf dem Dach ein Schiebeverdeck mit gewellten Falten aufwies, war erst mal Schliefen angesagt.



      Nach der üblichen Grundierung traten die nachzuarbeitenden Stellen zum Vorschein und wurden erst mal gespachtelt. Auch war das Dach noch nicht glatt genug für einer schwarze Hochglanzlackierung.

      Die Fahrgastzelle habe ich ebenfalls für Nacharbeiten grundiert... :)



      Das Problemstück am Modell sind die geänderten Kotflügel. Das Verschieben brachte leider auch von selber keine Lösung :grueb:
      Letzendlich habe ich dann einen Versuch gestartet....



      Wie beim Original, wurden die Kotflügel nicht fabrikmäßig gepresst, sondern nunmehr individuell gedängelt :whistling: . Zunächst habe ich die alten Ränder grob heruntergedremelt, um die Seitenansicht zu verschlanken.
      Das Fehlstück wurde aus Polisterol kalt an der Tischkante passend gebogen und anschließend verklebt.



      Nach reichlich Schleifarbeit nähert sich der erste Kotflügel einer aktzeptablen Optik.

      ..einmal das Ersatzrad zur Eigenmotivation probeweise abgestellt.. :kaf:

      Der hintere Kotflügel muss auch noch beschliffen werden, damit er schlanker wird. Die rechte Fahrzeugseite wartet auch noch.. :rolleyes:

      Gruß Egon :wink:
    • Nachdem ich bei wikipedia mal zum einführenden Kripo-Beamten Ernst August Ferdinand Gennat (*01.Januar 1880 - 21.August 1939 +) nachgelesen habe, bin ich auch auf Angaben zum Mordwagen gestoßen ;( .
      Da stand dann: ".....ließ Gennat nach eigenen Plänen von der Daimler-Benz AG einen Mordbereitschaftswagen..... anfertigen, einen mit Büro- und Kriminaltechnik ausgestatteten Personenkraftwagen (auf Basis der Benz-Limousine 16/50 PS)." und "Bei Bedarf konnte das Mordauto in ein behelsmäßiges Büro umfunktioniert werden. Eine Schreibmaschine gehörte ebenso zum Inventar wie ein Klapptisch und Klappstühle, damit auch im Freien gearbeitet werden konnte, sowie zwei im Innern des Wagens angebrachte, versenkbare Tische...."
      Nachdem nunmehr das Basisfahrzeug bekannt war, konnte ich im Netz Fotos und technische Daten dazu googeln.
      Toll! Habe auch prompt ein Foto des 16/50 gefunden :grr: Das ganze Kürzen des Chassis war umsonst (nicht ganz: das Basismodell mußte ja gekauft werden :cry: )
      Bei Fotovergleich ist zu erkennen, dass das herausgetrennte Teil der Motorverkleidung beim 16/50 dran ist und die Schnauze damit länger ist... Warte derzeit auf ein zweites Basismodell, um das Chassis noch einmal neu zu machen.... :rolleyes:
      Mal sehn, evtl. kann ich das bisherige Chassis ja noch für einen Überfallwagen nutzen. Dann war die Arbeit wenigstens nicht ganz umsonst.. :grueb:

      Gruß Egon :wink:
    • Solange das neue Basismodell noch nicht da ist, habe ich mal in meinem Archiv gewühlt... :) und bin auch fündig geworden. Nachdem der Mordwagen erstmalig auf der "Großen Polizeiausstellung" in Berlin 1926 der Öffentlichkeit vorgestellt wurde, habe ich mich daran erinnert, ein Buch darüber aus dem gleichnamigen Jahr im Bestand zu haben....


      ..und tatsächlich gabs darin ein Foto! :freu

      Es zeigt zwar wieder nur einen Teilausschnitt des Fahrzeuges, belegt aber bereits einen Teil meiner bisherigen Recherchen..

      Gruß Egon :wink:
    • Mit dem gefundenen Buchfoto habe ich mal nach den bekannten Parametern des Basisfahrzeuges versucht, den Frontbereich zu visualiserien. :)

      Die Vorderachse ist durch das kopierte Rad vorgegeben,

      wobei der Rand des Vorderades auf dem Foto ja noch erkennbar war. Das macht die Positionierung einfach.



      Ob der Kühlergrill nun gerade war, oder wie in meiner Zeichnung :grueb: , läßt sich nicht mehr ermitteln. Beides war, je nach Kundenwunsch möglich. Mit den Skizzen kann ich mich jetzt weiter an das Original herantasten.. :kaf:

      Gruß Egon :wink: