Projekt V, -- Bau einer 197 cm MegaYacht in 1:40 --

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    • Hallo Jörg,

      das ist jetzt mein dritter Modellbauthread, den ich Laie hier im Forum gelesen hab. Jedesmal werde ich mehr eingeschüchtert.

      Du beherrschst offensichtlich das ganze Repertoire an Fähigkeiten, Werkzeugen und Szene-Verbindungen. Dazu kommen Fachausdrücke aus dem Schiffsbau, die ich noch nie im Leben gehört hab.

      Fühl Dich bitte von oben bis unten "gebauchkitzelt" und "belobhudelt". Mir gingen schon die verbalen Superlative in den beiden ersten gelesen Threads aus. Angesichts Deines Werkes und Deines Know-Hows fehlen mir nun einfach die Worte. Und das passiert bei mir Plappermaul - ich schwör - wirklich selten.

      Ich komm also gleich auf den Punkt:

      Ganz besonders hat mich Deine Antriebsmotorgeschichte interessiert. Man hat Dir empfohlen, die Motoren in Reihe zu schalten? Darüber bin ich gestolpert.

      Allerdings hab ich von DC-Motoren allgemein schon keine große Ahnung und Deine speziellen Motoren kenn ich gar nicht.

      In meinen Augen sind die Kleinmotoren, mit denen wir es hier zu tun haben, lediglich mehr oder minder gute Wackelkontakte. Deren Innenwiderstand schwankt - je nach Drehwinkel - zwischen unendlich und nahezu Kurzschluss. Wenn man zwei derartige "Wackelkontakte" in Reihe schaltet, dann wirds kompliziert.

      Weiterhin besitzt jeder Motor eine erhebliche Induktivität. Wenn man mit einem Wackelkontakt eine Induktivität in Reihe schaltet, dann gibts Funken (an den Bürsten). Ähnlich wie beim Auto das Zusammenspiel von Unterbrecherkontakt und Zündspule. Die wirksame Induktivität ist von der mechanischen Belastung und Drehzahl abhängig.

      Ich halte die Inbetriebnahme einer derartigen Reihenschaltung für hochkomplex. Ich würde erstmal den Versorgungsstrom der Reihenschaltung oszillografieren und dann einen Motor so um seine Achse drehen, dass die HF-Ströme bei allen Lastbedingungen ein Minimum erreichen. Verfügst Du über ein Oszi?

      Danach müsste man eigentlich jeden Motor mit einem hochbelastbaren low-ESR-Elko shunten, damit der andere Motor hauptsächlich nur den Innenwiderstand der Batterie "sieht".

      Ein Elko verbietet sich aber wegen des bidirektionalen Betriebs der Maschinen, denn Du willst ja auch rückwärts fahren. Also muss man sich die benötigte Shunt-Kapazität aus hochwertigen Folienkondensatoren zusammenstückeln.

      Parallel zu seinem Shunt-Kondensator muss dann jeder Motor mit der üblichen LLC-Drosselkombination entstört werden.

      Das alles ist kein Selbstgänger. In jedem Fall solltest Du Deine Empfangsanlage und Antenne schon mal so weit wie möglich von Deinen Motoren entfernt anbringen. Und darauf achten, dass Du noch gut an die vier Antriebsmotoren rankommst. Zu verhindern wäre auch, dass Dein metallischer Motorhalter als Sendeantenne für Motorfunkstörungen wirkt. Der ist kapazitiv mit den Motoren gekoppelt. Eine lange Masseleitung hilft nichts, weil Dein Modell so groß ist, dass die Masseleitung nur noch als Induktivität wirkt und ggfls. alles - durch Resonanzen - noch schlimmer macht. Eventuell wäre es besser gewesen, die Motoren in hartem und temperaturstabilen Plastik zu lagern.

      Ich will Dir aber keine Panik machen. Vielleicht geht alles gut. Hängt ja auch sehr von der Störsicherheit Deiner Fernsteuerung und Deinen Ansprüchen an die Reichweite ab.

      Aber eine Reihenschaltung von DC-Motoren ist in jedem Fall elektronisch keine saubere Lösung.

      Viele Grüße

      Wolfgang


      BTW: bei näherem Interesse arbeite ich das Thema Reihenschaltung von Motoren mal genauer aus und schreib nen kleinen Artikel dazu. Mit Messungen usw.
    • Hallo Rene,

      Übersetzung ist nicht nötig. Vielen Dank. Viele unbekannte Worte konnte ich mir zusammenreimen. Beim Rest half Google.

      Mir anfänglich unbekannte Begriffe waren:

      Tender, Helipad, CWL, Helling, Kielblöcke, Auflagen, Spantenknick, Heckspiegel, Scheuerleiste, Kaffeepause, Schlingerkiele, Speigatten, Klüsen, Wasserpass, Steven, RR-Flossenruder, Ruderleitflossen, Skegs, Sommerpause, Alu-S.-halter usw.

      Viele Grüße

      Wolfgang
    • Hallo Wolfgang,

      vielen lieben Dank für deinen ausführlichen Beitrag #84.
      Bevor wir meinen kleinen unscheinbaren Baubericht in eine Vorlesung für elektrische Maschinen und digitale Schaltungstechnik verwandeln, möchte ich eines vorweg sagen:
      1. Wenn ich auch nur einen Modellbauer mit meinen Erfahrungen in diesem Bericht helfen kann, ein Problem beim Bau seines Modells besser zu verstehen, oder gar selbst lösen zu können, war es mir die Mühe wert, hier meine Erfahrungen zu dokumentieren.
      2. Ich hoffe auch jüngere Modellbauer, wie z.B. Anfänger, Schüler, etc. für unser schönes Hobby zu begeistern. Wohlwissend dass die Konkurrenz durch Fertigmodelle, PC-Spiele und Smartphones sehr groß ist.

      Nun zur Antriebslösung meiner Motoryacht. Da ich bisher keinen Motor mit exakt den passenden Daten für mein Modell finden konnte, und ich den Motor nicht auch noch selbst herstellen wollte, habe ich einfach auf die Doppelanker-Motorvariante im Ubootbau des 2. WK's zurückgegriffen. Aus dem Wunsch der Kapitäne nach 2 Hauptfahrstufen entstand die Idee eines Gleichstromelektromotors mit 2 Trommelankern auf einer gemeinsamen Welle. In elektrischer Reihenschaltung halbiert sich die Motorspannung für jeden Rotor und damit die Drehzahl. Der Strom fließt aber nacheinander durch jeden Rotor. Damit entsteht in jedem Rotor ein gleichgroßes Drehmoment, welches dann die Propellerwelle antreibt.
      Werden die Bürstenpaare der beiden Kollektoren dann parallel an die Akkuspannung geschaltet verdoppeln sich die Drehzahl und die Drehmomente. Die Folge: Es steht nun die vierfache Antriebsleistung oder die 1,58-fache Geschwindigkeit zur Verfügung. Und alles ohne elektron. Steuerung.
      Aus der Sicht eines elektronischen Drehzahlstellers mit Pulsbreitensteuerung erscheint die Reihenschaltung von Bürstenmotoren mit mechanischer Kopplung wie ein großer E-Motor.
      Die Funkentstörung mit 3 Kondensatoren je Motor bleibt zunächst unverändert, und kann durch Änderung der Werte experimentell für den Hauptlastfall so angepasst werden, dass die Reststörfrequenzen der Motoren die RC-Anlage möglichst wenig beeinträchtigen.


      Zitat: " ..eine Reihenschaltung von DC-Motoren ist in jedem Fall elektronisch keine saubere Lösung." und " Allerdings hab ich von DC-Motoren allgemein schon keine große Ahnung und Deine speziellen Motoren kenn ich gar nicht."

      Da stellt sich mir die Frage: "Was soll der Beitrag #84 bewirken ?" Panikmache ? - Und dann zugeben, das man keine Ahnung von den Details hat ? Oder ist der Beitrag #84 ein schlechter Scherz ?

      Offenbar aber doch ein plumper Versuch von Panikmache gepaart mit Halbwissen ohne ein Hauch von Erfahrung wie sich hier in #1 zeigt.


      Wenn der RC-Empfänger und seine Antenne möglichst weit entfernt vom Steller und den Hauptstromleitungen montiert wird, reduziert dies die Störanfälligkeit nochmals erheblich.
      Abschließend noch ein kleiner Tipp zur Höhe der Taktfrequenz des Drehzahlstellers:
      Wen das hohe Pfeifgeräusch im Teillastbetrieb stört, der wählt einen Typ mit mehr als 12 kHz, noch besser sind 16 kHz. Diese hohen Frequenzen sind für Erwachsene im Allgemeinen nicht mehr hörbar und schonen darüber hinaus auch die Permanentmagneten der Motoren.

      M.f.G. Jörg

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    • Als Neuling in diesem Forum habe ich jetzt den ganzen Bericht gelesen. Hut ab Jörg, ein sehr schönes Boot!

      Was mich besonders fasziniert sind diese Flossenruder, v.a. deren Ansteuerung. Ich habe zwar den Google geplagt, aber nichts besonderes gefunden. Es gibt zwar ein Foto von deiner Ansteuerung, aber ich blicke da nicht ganz durch. Da müssten doch irgendwie 2 Achsen angesteuert werden.
      Gibt es vielleicht weitere Detailfotos von diesem Mechanismus, oder gar eine Zeichnung von dem, was da direkt auf dem Servo steckt?

      Grz. madliz
    • Hallo liebe Modellbaufreunde,
      @ Patrick:
      " Da müssten doch irgendwie 2 Achsen angesteuert werden. " Du hast völlig recht.
      Eine Zeichnung habe ich zwar nicht, aber es gibt ein Video bei dem die Funktionsweise sehr gut sichtbar wird:
      Hier kannst du das Flossenruder in Bewegung sehen. Bei mir ist die obenliegende L-förmige Schubstange an der Flosse ersetzt worden durch einen Hebel mit Langloch, welcher durch einen feststehenden Zapfen im Skeg die Auslenkung der Flosse steuert.
      Das Ruderservo selbst steuert nur das Ruderblatt an.

      @ Sebastian: Schön dass dir mein Bericht gefällt. Die Projekte auf deiner Internetseite können sich aber auch sehen lassen. Tolle Arbeit.
      Zur Zeit bin ich ganz froh über die Möglichkeit eine Schulwerkstatt für den Bau meiner Yacht nutzen zu dürfen.

      @ Rene: Aktuell arbeite ich an der Motorhalterung für das Heckstrahlruder. Danach folgt die Herstellung des Eignerdecks für die wasserdichte Hecksektion mit der Tenderbootgarage.
      Bilder folgen demnächst

      M.f.G. Jörg
    • Hallo Rene,

      Vorsicht bei der Verwendung des Begriffs Beckerruder. Damit sind ausschließlich die patentgeschützten Flossenruderanlagen von Becker Marine Systems gemeint.
      Der allgemeine technische Fachbegriff lautet: Flossenruder.

      Ein anderer Hersteller ist z.B. Rolls Royce Marine Systems Dieser hat auch die Ruderanlage für das Origninal meines Yachtmodells geliefert.

      M.f.G.
      Jörg

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    • Tendergarage Teil 1.

      Anhand von Originalfotos und einem Deckslayout des Eignerdecks habe ich aus 4 mm PS zunächst einen Rahmen und die Seitenwände für die Tenderbootgarage / Meerwasserpool ausgeschnitten und zusammengefügt. Anschließend wurde das abnehmbare Eignerdeck aus transparentem Makrolon in 8 mm Dicke per Laser nach Maß zugeschnitten und angeliefert.
      Nachdem beide Teile passgenau übereinandergelegt, mit Klemmen fixiert waren, konnten die Bohrungen für die Schraubbefestigungen erfolgen.
      Bis zum Eintreffen der Kunstoffschrauben samt Hutmuttern hier schon mal eine provisorische Vormontage:


      Ansicht von unten


      Ansicht von oben


      Platzierung im Rumpf

      M.f.G. Jörg

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