Nieuport 28c1 (Roden 1/32)

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    • Nieuport 28c1 (Roden 1/32)


      So, nachdem meine "maritime" Phase mit Pearl Harbor erstmal beendet ist, und auch die Abteilung Strahl/Raketengetriebene Abteilung vorläufig erledigt ist, dachte ich mir, ich könnte mal wieder in die Kindertage der Militärfliegerei zurückkehren. Ich hatte ja schon mit der "Ninak" begonnen, diese Baustelle aber vorläufig geschlossen, da ich an einigen anderen Modellen einige Versuche starten will, eh ich sie auch bei der Ninak anwende (dafür ist mir der Bausatz einfach zu teuer, um wild drauf los zu experementieren). Hier nun ein etwas abgespeckter Baubericht über die Nieuport. Der Bausatz ist von Roden im Maßstab 1/32. Da relativ wenige Bauteile (56) vorhanden sind, und auch die Detailierung verbesserungswürdig ist, also das perfekte Modell für Versuche. Als erstes habe ich mir das Cockpit vorgenommen.Normalerweise lackiert man ja einen großen Teil der Bauteile vor dem Zusammenbau, jedoch sollte man sich das für später aufheben. Und zwar aus einem einfachen Grund. Sämtliche Teile werden "stumpf" verklebt, da Rodentypisch kaum Passhilfen (Bohrungen/Stifte) vorhanden sind. Das macht diese Bausätze für Anfänger nicht gerade "benutzerfreundlich". Nachdem die Teile trocken angepasst waren, wurde das Gerüst verklebt und in einem hellen Holzton lackiert. Der Sitz wurde aufgearbeitet, da Roden hier nur eine einfache Sitzschale, die eher wie aus dem 2. Weltkrieg aussieht, anbietet. Hier habe ich ein Korbgeflecht eingearbeitet, welches zwar auch nicht ganz wie das Original aussieht, aber meinen Vorstellungen voll genügt.







      Desweiteren wurden diverse Bowdenzüge und Spanndrähte angebracht. Auch habe ich Sitzgurte von Eduard verwendet, da Roden da garnichts anbietet (nicht mal andeutungsweise).
      Weiter geht es mit dem Motor. Auch hier gilt es wieder einiges zu verbessern, selbst wenn man später durch die Motorabdeckung kaum noch was sieht.





      So wurden die Kühlrippen vorsichtig vertieft, zweite Zündkerzen angebracht (Der Motor hatte schon zwei Zündkerzen pro Zylinder, um einen Ausfall zu kompensieren), und die entsprechenden Zündkabel verlegt. Lackiert wurde in Eisen, Alu und Metalic-Black.
      Die Motorhaube wurde um eine Nietenreihe ergänzt.



      Nun habe ich mich der fummligsten Sache gewidmet. Den Spanndrähten. Da die französischen, genauso wie die deutschen Flugzeuge, runde Spanndrähte verwendeten, war es für mich naheliegend, diese Drähte selber herzustellen, da mir eine Verwendung von Garn nicht gefällt. Hergestellt habe ich die Drähte aus 0,03 und 0,1 mm Kupferdraht. Die Hülsen sind aus 1 mm Messingrohr.



      Genauso wurden die Befestigungsösen an den Tragflächenstreben gebaut.



      Die Quer- Seiten- und Höhenruder sind leider nicht einzeln vorhanden sind, wurden diese vorsichtig mit einem Skalpell ausgeschnitten, und mit Stiften neu angebracht.
      Da die Tragflächenstreben ja eine sehr heikle Angelegenheit sind, was das befestigen (kleben) angeht, wurde erstmal die Lackierung soweit fertig gestellt. Auf der Tragflächenoberseite wurden schmale Streifen und Nägel im Bereich der Spanten aufmodeliert.







      Das Cockpit wird übrigens komplett in den Rumpf geschoben, und nicht wie sonst üblich, in eine der Rumpfhälften geklebt.
      Im jetzigen Stand sind die mittleren Spanten auf den Rumpf geklebt und auch die Verspannung ist in diesem Bereich soweit fertig. Die Spannseile sind wieder selbst gedreht, diesmal mit einem Durchmesser von 0,05mm. Die Hülsen sind aus Karbon mit einem Innendurchmesser von 0,07mm. Zum Vergleich habe ich mal eine Stecknadel mitfotografiert.





      Das wäre es für den Moment.

      Jürgen
      Alle elektrischen Geräte funktionieren intern mit Rauch. Wenn er entweicht, sind sie defekt.
    • Hallo Jürgen,
      eigentlich bin ich kein Fan von Flugzeugmodellen. In diesem Fall bin ich aber von Deinem bisher gezeigten Können so begeistert, dass ich diesen Bericht gern weiter verfolge. Also bitte weiter so detailiert beschreiben und fotografieren, denn nur die reinen Erklärungen würden mir insbesondere bei meinem misarabelen Kenntnissen über Flugzeuge nicht wirklich etwas sagen. Bilder sprechen für mich hierbei mehr als 1000 Worte.

      Wo hast Du den 0,03mm Kupferdraht gekauft? Ich bräuchte davon ca.: 50- 60m um Stahlseile in Kordelform im Maßstab 1:31,5 herzustellen.
      Gruß aus Bottrop Peter Linde private HP private eMail eMail Modellbau
    • Hallo Peter,
      freut mich immer wieder wenn Modellbauer auch mal über den "Tellerrand" schauen. :wink:
      Den Draht gibt's z. Bspl. bei Conrad in unterschiedlichen Stärken. Einfach mal unter Kupferlackdraht nachgucken.

      Gruß
      Jürgen
      Alle elektrischen Geräte funktionieren intern mit Rauch. Wenn er entweicht, sind sie defekt.
    • Hallo Jürgen,

      ich bin vielleicht zu blöd, oder habe ich etwas bei Dir falsch gelesen?
      ich habe nach Kupferlackdraht gesucht, finde aber nur 0,3 mm nicht 0,03 mm.
      0,3 mm Messing-, Kupfer-, Stahl- und Aludraht habe ich in ausreichenden Mengen zuhause im Bastelraum, aber eben nur ab Materialstärken 0,3 mm nicht deutlich feiner.

      Was den Tellerrand betrifft; da schaue ich gern drüber hinweg, nur gerade "Flächenflieger" war nicht so mein Bereich. Zumal alle Modellflieger, die ich persönlich kenne, weniger auf das Aussehen, sondern deutlich mehr auf die Technik achten.
      Gruß aus Bottrop Peter Linde private HP private eMail eMail Modellbau
    • Und weiter geht es mit einem kleinen Update.

      Obere und untere Tragfläche werden miteinander verbunden. Bei Doppeldeckern ist dieser Bauabschnitt immer einer der kritischsten Momente, da ja die Verbindung zwischen den Tragflächen über dünne Streben stattfindet. Da geht es ganz schnell, das etwas schief wird. Deshalb habe ich zuerst nur die Mittelstreben, die vom Rumpf kommen mit der oberen Tragfläche verklebt und gut trocknen lassen. Erst danach wurden die vier seitlichen Streben angebracht. Dadurch ist auch sogut wie keine Korrektur mehr nötig, und alles bereit zum Anbringen der vorbereiteten Spanndrähte.







      Roden hat ja auch leider einen Fehler bei den Rädern eingebaut. Die Radblende mit dem Schauloch gehört auf die Aussenseite des Fahrwerks! Deshalb mußte ich ein neues Achsloch bohren, und das andere Achsloch verschließen. Da die Räder mit einer Sechskantmutter auf der Achse befestigt wurden, habe ich aus einem Sechskantprofil eine Attrappe hergestellt, und aufgeklebt.



      To be continued!

      Jürgen
      Alle elektrischen Geräte funktionieren intern mit Rauch. Wenn er entweicht, sind sie defekt.
    • Hallo Carsten,
      ich greife dem Jürgen da mal etwas vor. Die "alten" Räder waren nicht wie heute bei Autos und Flugzeugen schlauchlos. Das war alles vor Deiner Zeit. Früher wurden Räder ähnlich wie heute noch die meisten Fahrräder mit Schlauch und Mantel hergestellt. Das Ventil war dann immer von außen zugänglich. Daher brauchte man eine Öffnung.

      Ich hoffe das so richtig und verständlich ausgedrückt zuhaben.
      Gruß aus Bottrop Peter Linde private HP private eMail eMail Modellbau
    • Jetzt geht es ans Eingemachte!

      Wie ich ja schon geschrieben hatte, dient mir die Nieuport auch ein wenig als Versuchskaninchen was die Spannseile angeht. Wie auf den Bildern im letzten Update zu sehen ist, war der Plan, alle Spannseile durch selbstgedrehte Kupferdrähte zu realisieren. Aber wie immer sind Plan und Wirklichkeit zwei verschiedene Dinge. Auf Grund des doch recht weichen Plastiks der Rodenbausätze hat sich herausgestellt, daß sich die Streben beim spannen zu sehr verbiegen. Also habe ich mich für eine Mischung entschieden. Für die doppelten Drähte wird elastisches Material von WNW benutzt. Da diese ja noch verkleidet werden, fällt es nicht sonderlich auf, das sie keinen "Drahtcharakter" haben. Kurze Info, weswegen diese doppelten Drähte verkleidet wurden. Die Konstrukteure wollten damit die Aerodynamik verbessern, und ein verdrehen der eng aneinander liegenden Drähte vermeiden.
      Die Klemmen an den Seilenden wurden aus Messing oder Carbonrohren gefertigt.



















      Das soll es für den Moment wieder gewesen sein. Im nächsten Update gibt es dann die verkleideten Drähte, und den Rest der Verspannung zu sehen.

      Jürgen
      Alle elektrischen Geräte funktionieren intern mit Rauch. Wenn er entweicht, sind sie defekt.
    • Moin, Moin
      das Verkleiden der doppelten Spanndrähte gibt es leider noch nicht zu sehen, da ich da noch ein wenig rumexperimentiere. Aber der Rest der Verspannung ist erstmal durch. Wie ja schon angemerkt, dient mir dieses Modell als "Versuchskaninchen", bei der Verarbeitung unterschiedlicher Materialien. Die selbstgedrehten Drähte haben zwar einen gewissen Charme, sind aber selbst in diesem Maßstab doch nicht ganz so, wie ich es erhofft hatte. Um sie richtig sauber zu spannen ist doch ein gewisser Zug erforderlich. Und da gibts stellenweise Probleme mit der Anbindung an die Plastikteile, da zumindest bei Roden das Material recht weich ist. So wie die Verspannung jetzt ist, sieht es zwar nicht optimal aus, kommt aber meinen Vorstellungen halbwegs nahe. Dennoch werde ich bei zukünftigen Modellen wieder auf die althergebrachte Art mit Elastikgarn zurückschwenken. Lediglich bei der Spad von Merit (1/24), die ich gerade bekommen habe, werde ich es auf Grund der Größe vermutlich mit selbstgebauten Drähten versuchen. Aber das wird dann natürlich ein neuer Baubericht. Nun noch schnell 4 Bilder von der Verspannung.









      Auf den Nahaufnahmen sieht das natürlich recht grob aus, aber bei normaler Ansicht geht das schon in Ordnung.

      Bis denne
      Jürgen
      Alle elektrischen Geräte funktionieren intern mit Rauch. Wenn er entweicht, sind sie defekt.
    • Habe mich mal an die ersten Decals gewagt. Leider sind die Decals von Roden "Bullshit" um es mal vornehm auszudrücken. Das habe ich gleich bei der ersten Kokarde merken müssen X( . Trotz längerem wässern als normal, ließen sie sich nur schwer vom Trägerpapier schieben. Damit aber nicht genug. Trotz Decal Medium wollte es mir nicht gelingen sie "plan" auf das Modell zu bekommen. Gerade im Bereich der Tragflächenrippen hat sich immer wieder ein, sagen wir mal Luftspalt gebildet. Und als ob das nicht schon genug Ärger macht, reißen die Decals auch extrem schnell ein. Ich kann nur dazu raten, sie nach dem trocknen sofort mit Lack oder Decal Fix (Egal von welcher Firma) zu schützen (versiegeln), da davon auszugehen ist, daß sie sich sonst schnell selbstständig machen :evil: . Alternative wären natürlich Decals von anderen Herstellern denkbar, die wahrscheinlich auch drucktechnisch mehr zu bieten haben. Aber für mein "Versuchskaninchen" reichen mir die von Roden. ;)






      Gruß
      Jürgen
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    • So nun sind auch die letzten Decals verarbeitet. Fast jedes Decal ist beim plazieren gerissen :1: . Die Teile wurden nach dem anbringen gleich mit Decal Fix überzogen, eh noch schlimmeres passiert. Habe sie jetzt wenigstens halbwegs ohne Verlust hingekriegt. Wenn die Decals bei der Gotha III (ebenfalls von Roden) auch so bescheiden sind, na dann Mahlzeit.





      Desweiteren habe ich die doppelten Spanndrähte "verpackt". Manche setzen ein dünnes Sheet zwischen die Drähte, andere versuchen es mit übriggebliebenen Decals, ich habe es mal mit Holzleim versucht. Zunächst wurden die Drähte fein mit Leim überzogen. Nachdem dieser etwas angetrocknet war, wurde eine zweite Schicht so aufgetragen, das sie teilweise schon die Drähte verbindet. Auch hier wieder antrocknen lassen, und die letzte Schicht aufgetragen. Aufgetragen wurde tröpfchenweise mit einem Zahnstocher. Zum Abschluss habe ich dann vorsichtig die noch nicht ganz durchgetrocknete Leimschicht mit den Fingern geglättet (mit leichtem Druck zusammengedrückt) und mit Russian Green (hatte ich gerade zur Hand) bemalt. Ich denke mal, mit dem Ergebnis kann ich ganz gut leben.





      Jetzt folgen nur noch die letzten drei Doppeldrähte, und die Nieuport bekommt ihren Schutzlack übergebraten. Ob ich den Vogel noch altere, entscheidet sich noch, da ich noch nicht festgelegt habe, ob er als Dio oder rein statisches Modell im Regal stehen wird.

      Gruß
      Jürgen
      Alle elektrischen Geräte funktionieren intern mit Rauch. Wenn er entweicht, sind sie defekt.
    • Heute erfolgt das letzte Update zur Nieuport.
      Das Modell wurde mit Mattlack überzogen, und die Windschutzscheibe wurde verklebt. Allerdings muß ich einige Drähte der Verspannung nochmal nachspannen, daß ist aber eine Kleinigkeit. Sowie das Wetter und die Lichtverhältnisse es zulassen, gibt es auch ein Rollout.









      Als nächste stehen folgende Kits auf der "To do" Liste:

      1/72
      Gotha GIII von Roden

      1/48
      Spad S.XIII von Dragon
      Spad S.XIII von Eduard
      Fokker D.VII von Eduard (Spad und Fokker sind aus der Limited Edition: Eduart)
      Albatros D.III (OFAG) von Eduard
      Salmson 2A2 von Gaspatch

      1/24
      Spad S.XIII von Merit

      Wahrscheinlich entscheide ich mich erstmal für die "kleine" Gotha oder die "große" Spad.
      Ausserdem wird es dann auch endlich mit der "Ninak" weitergehen.

      Bis dann
      Jürgen
      Alle elektrischen Geräte funktionieren intern mit Rauch. Wenn er entweicht, sind sie defekt.
    • Sprachlos bin ...das will was heissen bei mir :whistling:

      Ich verwende teilweise auch recht kleine Bauteile... aber das hier schlägt dem Fass den Boden aus! Kompliment!
      Schiff-, Flug-, Auto-, Motorrad- und LKW-Modellbau
      ...Alles ausser Verbrenner und U-Booten...
      Homepage: rc-scalers.de
      Mitglied im VzBbA = Verein zur Bekämpfung blödsinniger Abkürzungen
      -Px
    • Hallo Jürgen,

      ich hab's ja eigendlich nicht so mit den Plastikbausätzen aber der Flieger ist echt klasse geworden, gefällt mir richtig gut.
      Glückwunsch zu diesem Schmuckstück.

      Gruß
      Niels
      In Bau: Scarab 38 KV • Sunseeker Manhattan 48 • Bayliner Arriva • Schubboot Huckingen • Vitruvius Exploereryacht
      In Planung: Princess 56 Fly • Sunseeker Sportfisher 37 • Van Dutch 30 • Sunseeker Camargue 55 • Draco Zircon 3400
      Fertig: Hansajolle • bretonischer Fischkutter