Maine Lobster Boat - Der Weg zum Plan

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    • Maine Lobster Boat - Der Weg zum Plan

      Vor einiger Zeit fragte mich Matthias nach Spanten für ein Maine Lobster Boat. Nun ist das zufällig eines meiner 3 Zukunftsprojekte, wenn alle anderen Baustellen abgearbeitet sind, ausserdem hatte ich das schon mal grob gezeichnet.
      Hier nun ein paar Daten, Bilder und Gedanken dazu.

      Angefangen habe ich wie immer mit viel Recherche und Sammlung von Originalbildern. Es sollte ein klassisches Boot mit dem typischen "downeast semi-displacement hull" werden, angelehnt habe ich mich an ein 1952 bei Bunker&Ellis in Manset, Maine gebautes Boot.

      Der zweite Schritt war dann wie üblich, das Boot in DelftShip anzubilden. Das sieht dann so aus:









      Einen Linieplan gibt es auch:



      Etwas zu den Maßen des Originals (ich verzichte mal auf die imperialen Maße):
      Länge 10,5 m
      Breite 2,85 m
      Tiefgang 0,95 m
      Verdrängung ca. 5,8 t
      Propeller 0,5 m

      Entstehen wird der Plan für das Modell in 1:10, kann sich jeder selbst umrechnen.

      Gruß
      Wolfgang
    • Der dritte Schritt war dann das Exportieren der Schnitte, das Zeichnen der einzelnen Teile und das Zusammenfügen im 3D, um zu sehen ob auch alles schön zusammen passt. Sieht derzeit so aus:





      Das Spannenden bei dieser Art von Boot ist die große offene Pflicht mit den dünnen Seitenwänden und dem extrem flachen Raum unter der Pflicht. Das heißt, ich musste mir schon früh Gedanken machen über Zugänglichkeit, Technik, Filigranität der Spanten, wasserdichter Ruderkoker, etc. Wie ich mir das Alles gedacht habe, dazu später mehr. Auf jeden Fall habe ich schon früh entschieden, gleichmäßig viele Spanten zu setzen und diese aus 6 mm Multiplex zu planen, damit sie auch an den filigranen Stellen nicht gleich brechen.

      Derzeit zeichne ich die Aufstellfüßchen an die Spanten und daraus entsteht danach eine Fräsdatei.
    • Danke Thomas, bei mir ist es ja noch lange nicht so weit, ich könnte mir einen Spantensatz erst mal nur hinlegen.
      Aber es könnte ja sein, dass jemand auf der Messe was zu basteln haben möchte, damit ihm dort nicht langweilig wird.........
    • Carsten, ich weiß nicht, ob Matthias da eine Art gemeinsames Projekt machen möchte, aber wie bei mir üblich kann jeder, der Interesse hat, die Unterlagen umsonst bekommen. Du bist jedenfalls herzich eingeladen, das Boot auch zu bauen.

      Noch ein paar Details: Der Kiel wird aus drei Teilen gebaut, so dass er zunächst 18 mm dick wird. Das ist hinten ok und entspricht dem Original, nach vorne bis zur Bugspitze müssen die äußeren Teile schräg zu einer Art Dreiecksleiste geschliffen werden. Es bilden sich an dem Kiel Vertiefungen, mit denen der Kiel dann auf die Zapfen der Spanten aufgesteckt wird. Beplankt wird dann direkt bis an den Kiel.





      Achtern gibt es ebenfalls zwei Formteile, die den Pflichtboden tragen und Stabilität in das Gerüst bringen, ebenso ein Kielteil und zwei Formteile, die die leichte Heckrundung formen.



      Alle Spanten habe weiterhin auf jeder Seite 4 Nuten für 6x3 mm Leisten.

    • In allen Spanten, unter dem Heck und dem Pflichtboden befinden sich definierte Löcher. Da dieser Bereich später nicht mehr zugänglich ist, können dort zwei Rohre eingeschoben werden bevor das geschlossen wird, durch die beispielsweise Kabel geschoben werden können.



      Auch haben die entsprechenden Spanten Bohrungen für das Stevenrohr, die Spanten davor haben Ausschnitte, in die ein Motor von gut 50 mm Durchmesser rein passt.

    • Hallo Wolfgang,

      Ich verfolge schon lange das Thema loabster boat. Darauf bin ich gekommen da jemand aus einem anderen forum einen richtig schnellen und schicken gebaut hat vor einigen Jahren. Bei YouTube gibt es da auch spektakuläre Videos wo 25 loabster gleichzeitig ein Rennen fahren.
      Wenn jetzt Spanten professionell gefräst werden und ggf der Aufbau und die Plicht auch könnte ich mich durchringen nochmal auf spant zu bauen. ..
      Gruß aus Ost-Westfalen

      Carsten
    • Ich bin von Können, Zeit und Möglichkeiten bestimmt nicht in der Lage, eine Bausatz in Aeronaut-Qualität zu machen, aber so ein paar Teile für Deck, Pflicht und Aufbau wollte ich schon noch zeichnen.

      Meine Faszination für diese Art Boote kam auch durch eine TV Bericht über die amerikanische Ostküste. Viele Amerikaner nutzen diese Boote aber heute lieber zum Rennen fahren als zum Fischen. Es gibt jedes Jahr eine Rennserie, in der diese Dinger mit dicken Motoren ausgestattet um die Wette fahren, der Rekord liegt bei über 70 mph.

      Ein schier unerschöpflichen Fundus an Originalen, Daten und Fotos bietet midcoastyacht.com ein Brooker für speziell diese Boote. Achtung Suchtgefahr.

      Gruß
      Wolfgang
    • Etwas problematisch wird der Einbau des Ruders. Da dort, wo das Ruder sitzt nur 25 mm Platz zwischen Beplankung und Pflichtboden ist, kann kein langer Ruderkoker eingebaut werden. Die Ruderachse kann nur zweifach gelagert werden, im Rumpf und in der Hacke, das ist aber bei den Originalen genau so, deshalb ist ja die lange Hacke dran (und zum Schutz von Propeller und Ruder). Da das Lager im Rumpf auch noch unter der CWL liegt, sollte man einen Wellendichtring einbauen. Damit man das und den Ruderquadranten dort hinein bekommt, bilden Kielteil und Spant dort eine Art Wanne. Zur Positionierung sind im Kielteil und der Hacke Markierungen angebracht. Zugang funktioniert z.B. ebenso wie bei den Originalen über einen im Pflichtboden verschraubten Deckel. Für die Ansteuerung gibt es zwei Möglichkeiten, Servo im Heck mit gebogener Stange oder Servo im Bug mit Bowdenzug.



      Über den Antrieb habe ich mir schon mal erste Gedanken gemacht:
      Original gehobenen Halbgleitergeschwindigkeit, ca 20 kn, bei Rumpfgeschwindigkeit von 7,5 kn
      Für maßstäbliche Geschwindigkeit wären das beim Modell mit 50 mm Propeller (Steigung 0,9-1) ca. 8000 U/min, Antriebsleistung ca. 175-200 W.
      Das sollte mit einem 42 BL Outrunner gut machbar sein, ca. 600 U/V bei 4S oder ca. 800 U/V bei 3S


      ThomasDbg: Welche Blattgröße würdest du bevorzugen, dann könnte ich die Teile in der Fräsdatei gleich richtig anordnen.
    • Mit den Maßen könnte ich auch gut leben :pfeiff:
      Absolut geniale Arbeit :ok:
      Ich hatte schon mit dem Gedanken gespielt den Rumpf vom Verkehrsboot zu nehmen.
      Wenn ich aber Deine Zeichnungen sehe, baue ich lieber den.
      1:15 fänd ich klasse, das würde zu meinen bisherigen Maßstäben super passen.

      Gruß
      Frank
      Ich weiss, dass die Stimmen in meinem Kopf nicht real sind...
      Aber manchmal haben sie RICHTIG GEILE IDEEN!!!
    • Oliver, du hast natürlich Recht, ich machs nie wieder, aber als p(f)lichtbewußter Mensch neigt man ja schon mal dazu die Worte zu verwenden, die präsenter sind.

      Ansonsten will ich natürlich nicht , dass jemand ein ungewolltes Projekt anfängt. Wenn es Ärger mit euren Frauen oder so gibt, werde ich alles abstreiten und keine Verantwortung übernehmen.

      Frank, ich weiß natürlich, dass es viele Anhänger von 1:15 gibt, das hatte ich bei der Konstruktion im Hinterkopf und es schon darauf abgestimmt. Du musst ja dann alles nur durch 1,5 teilen und entsprechend skalieren. Das Spantenraster ist dann 30 statt 45 mm, die Materialstärke 4 statt 6 mm, das Rohr für die Kabel 8 statt 12 mm usw. Du musst dann nur mit 13 mm Höhe unter der Plicht für die Ruderanlenkung und 1,7 kg Gewicht kämpfen.

      Ansonsten habe ich noch mal die Kielteile optimiert und dadurch noch einige Spanten geändert. Die Spanten bekommen jetzt ihre Füßchen, Ziel ist, die Fräsdatei bis zur Messe fertig zu haben.
      Aber nächste Woche mache ich erst mal etwas Urlaub und schaue mir echte Schiffe an.

      Gruß
      Wolfgang
    • Nabend,
      erstmal Gratulation zu dem tollen Projekt Wolfgang,gefällt mir !

      Eigentlich hatte ich ja auch so geplant wie TF und wollte erstmal meine anderen Projekte fertigstellen,
      aber manchmal kommt es halt anders :whistling:

      Wenn Möglichkeit besteht auch so einen Spantensatz zu bekommen würde ich mich auch für eine 1:15 Version entscheiden,
      also Frank bitte etwas mehr 4mm-Sperholz besorgen.

      Eine Frage hätte ich aber noch,warum sind da so viele Spanten vorhanden,würde eine geringere Anzahl nicht auch genügen?
      Gruss aus OWL
      Gerd

      mein Verein: IG Schiffsmodellfreunde Hücker Moor

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von owlbastler ()