Dodge Watercar mit 1,7m - Maßstab 1:5,2

    Diese Seite verwendet Cookies. Durch die Nutzung unserer Seite erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies setzen. Weitere Informationen

    • Dodge Watercar mit 1,7m - Maßstab 1:5,2

      Hallo Freunde der Edelholz-Flotte :wink: ,

      vor ca. 2 Monaten suchte ich nach einem Bauplan, welcher die Spezifikationen eines recht geraden und im Bodenbereich weder konvex noch konkav geformtem Rumpf ausweist. Diesen wollte ich für den Bau eines Modells aus reinem Plexiglas gebrauchen. Unter den Angeboten und Einsendungen war dann auch das Dodge Watercar dabei, jedoch war die Rumpfform im Bugbereich nicht passend, da konkav geformt.
      Allerdings flashte mich das Modell so sehr, dass ich den ursprünglichen Plan verwarf und mich stattdessen an den Bau des DW setzte.

      Der Plan kam im PDF-Format und musste gedruckt werden. Im Grunde eine Handzeichnung im Maßstab 1:10 bei einer Länge von 87cm. Mir war das jedoch zu wenig - viel zu wenig. Das Modell finde ich so klasse, dass es das größte meiner kleinen Flotte werden sollte, zumal man in einem größeren Maßstab auch etwas mehr Details einbringen kann.
      Also ging ich auf 1:5,2 bei einer Länge von 1,7m.
      Nun hieß es nur noch, einen Copyshop zu finden, der mir den Plan entsprechend meinen Vorstellungen ausdrucken konnte. Da viele recht teuer waren oder den Ausdruck nicht versenden wollten, dauerte es doch ein wenig. Ist manchmal schon echt traurig. In Schwerin wurde ich fündig und der Plan kam dann eine Woche später bei mir in Papierform an: mit einer Seitenlänge von ca. 2,0m.

      Daheim studierte ich dann den Ausdruck. Der Konstrukteur (Ernst-Bernd, alias Promocean) wies mich noch darauf hin, dass ein Spant u.U. zu schmal sein könnte. Da ich den Plan so dermaßen vergrößern ließ, vermaß ich also alle. Ergebnis: Die ersten 3 waren erfreulich gut, die letzten 3 fielen stark aus dem Rahmen und mussten entsprechend nachbearbeitet werden.

      Der Plan mit den bereits von mir begonnenen Modifikationen an den Spanten:



      Die ersten 3 im Bunde ^^. Die Laschen zur Kopfüber-Montage passte ich ebenfalls an, da mir diese viel zu weit am Rand standen und somit der Montage der Deckstringer komplett im Wege.
      Viel wichtiger aber war das exakte Vermessen der Spanten in Bezug auf Höhe und Breite. Vor- und Mittschiffs wiesen allesamt eine augenscheinlich stimmige Balkenbucht auf. Beim Vermessen jedoch erwiesen sich 2 davon als zu niedrig.




      Der letzte Spant war im Grunde lediglich zu "tief" und musste in der Länge eingekürzt werden. Bei den voran stehenden Spanten zeichnete sich ein ähnliches Bild ab. Der 3tt-letzte Spant war dann der ausschlaggebende Übeltäter und mit ca. 12mm je Seite extrem zu schmal.

      Auch gut zu sehen - die Erleichterungs-Ausschnitte in den Spanten. Ich verwende für den Unterbau, also Spanten und Kiel, 12mm Birken-Multiplex, was zwar durch seine Materialstärke etwas schwerer, dafür aber auch unglaublich stabil ist. Hier kann einiges an Material purzeln, was nicht notwendig ist. Im Unterboden-Bereich lasse ich durchweg 12mm Spanthöhe stehen. Zusatzstringer, die noch eingebracht werden, haben nur 5mm, der Spant wird also strukurell nicht nennenswert geschwächt.




      LG - Maik :thril:
    • Hi Burnie,

      so in ähnlich dachte ich mir auch ^^. Nein, ernsthaft: Hab mir schon echte Gedanken über die Größe machen müssen. 1,7m sind das Maximum, was meine Transportmöglichkeiten hergeben. Für den Sommer ist dann auch ein Fahrrad-Anhänger geplant, auf welchem die Bootsmodelle dann bequem in entsprechenden Holz-/Plexiglas-Transportboxen befördert werden können.

      Dieses Modell soll auch mit kleinen technischen Finessen ausgestattet werden, beispielsweise überlege ich noch immer einen ausgeklügelten Öffnungsmechanismus für die EINGELASSENE Motorraum-Haube. Die soll nämlich erst angehoben und dann seitlich weggeschoben werden. Technisch machbar, aber nicht einfach zu lösen.


      LG - Maik
    • Hallo

      und es freut mich riesig, dass euch das Thema begeistert.
      ich muss gestehen, dass der Aufwand wirklich enorm groß ist, gerade weil alle Fehler im Plan, jede Abweichung, doppelt so groß in meiner Vergrößerung ausfallen. Umso penibler muss ich an die Materie heran gehen, damit es später auch so funktioniert, wie ich mir das immo vorstelle.
      Auch spielt das Gewicht eine große Rolle. Da ich keine Verbrennungsmotoren einsetzen werde, sondern ausschließlich Brushless-Antriebe, sollte das Modell auch nicht allzu schwer werden. Darum erleichtere ich bereits im Vorfeld alle Spanten auf das Nötigste...

      Ein Vergleich, was so anfällt, veranschaulicht an Spant 1:
      Der Urzustand...



      ... und nach ersten Modifikations-Vorstellungen meinerseits ^^.




      Wie ihr seht, musste ich die Breite ein wenig anpassen. In der kleineren Version, sprich "im Original-Maßstab" 1:10 würde es vermutlich weniger bis gar nichts ins Gewicht fallen und mit wenigen Feilenhüben überspielt sein. Die Ausschnitte sind ein erstes Layout. Auch die "Füßchen" zur Helling-Montage setzte ich etwas weiter nach innen, damit ich die Stringerleisten besser montieren kann.

      Der Kiel wurde aus beiden Bauplan-Exemplaren zusammengesetzt, denn beide Pläne enthielten Teile davon. Der Kiel war quasi "ineinander-laufend", sodass ich aus einem Exemplar nur einen Teil heraus bekam... Ihr seht gleich, was ich meine...




      Erste Modifikations-Vorstellungen im Bugbereich. Zwischen Spant 1 und 2 setzte ich noch ein Aussteifungskreuz ein, da ich zu diesem Zeitpunkt noch nicht bestimmen konnte, wie stabil das verwendete 12mm Birken-Multiplex tatsächlich sein wird.




      LG - Maik
    • Hallo Burnie,

      Der 3tt-letzte Spant ist viel zu schmal. Ab diesem bis zum letzten sind alle dann auch zu hoch - musste ich im Bodenbereich etwas kappen. Ab dem 2ten Spant wurden dann auch zusätzlich noch die Höhen des Schandecks angepasst - waren zu niedrig. Werde darauf aber im weiteren Verlauf des BB noch genauer eingehen.


      LG - Maik
    • Dann sollte es nun ein wenig interessanter werden:

      Der Kiel in seiner ganzen Pracht. Da ich ihn nicht mehr unter der Dekupiersäge schneiden konnte, musste ich selbst "Hand anlegen" und den Fuchsschwanz quälen. Dabei stellte ich auch gleich fest: Verleihe niemals Werkzeug - du bekommst nur Schrott zurück...



      Ich war ja doch schon ein wenig erstaunt, wie klein die eigene Werkstatt bei 1,7m Kiellänge plötzlich werden...

      Der Feinschnitt war dann nur noch mit der Laubsäge machbar. Auch hier machte mir die Enge der Werkstatt einen ziemlichen Strich durch die Rechnung. So musste ich den Kiel doch tatsächlich um 45° kippen, um alles aussägen zu können. Shit happens - aber ich hab's ja so gewollt ^^.
      Das Austeifungskreuz zwischen Spant 1 und 2 fiel übrigens weg. Hab mich nicht versägt, sondern es war einfach nicht mehr notwendig, da das Gerüst stabil genug war.




      Ein paar Spanten im Detail:

      Der letzte bleibt im Grunde so wie er ist. Die Nacharbeiten sind nur schwer zu erkennen, da der Spant ja im Bodenbereich eingekürzt wurde. Man sieht allerdings auf der rechten Seite die Anpassung der Breite. Die Urform war also auf der linken Seite breiter als auf der rechten... Und 3 Milimeter sind im Original-Maßstab immer noch 1,5mm ^^.




      Spant 2 (S4) wurde in der Breite ein wenig angepasst, im Grunde war es das auch schon. Der Rest sind Layouts zum Erleichtern des Spants.



      Spant S1 hat es am Schlimmsten erwischt. Nicht nur, dass er zu schmal war (10mm je Seite), er war auch noch um ca. 10mm zu hoch. Im Bodenbereich kürzte ich ihn entsprechend meinen Berechnungen ein. Auch die Breite wurde angepasst. Anhand dieser neuen Modifikationen wurde dann das Layout zum Erleichtern angesetzt.
      Hier alles nach dem Grobschnitt...




      Nach dem Feinschnitt erkennt man schon ein wenig mehr. Die markierten Kabel-Durchführungen auf der rechten Seite entfallen gänzlich und werden durch praktikablere Wegeführungen ersetzt.





      LG - Maik
    • Hallo Freunde,

      so, mal Bitte alle Kandidaten zum Wiegen!!!

      Fangen wir an mit Spant S3... Senkrecht auf die Feinwaage, Luft ausblasen und - fast 500 Gramm. WOW - das mal ein echtes Schwergewicht. 4 Davon und 2kg sind aufgezehrt... Muss nicht sein.




      Genossen: Auf zur Abmagerungskur. Zur Not bis zur NULL-Diät ;)



      Na Bitte, geht doch. 102 Gramm. Verlust: fast 400 Gramm. In Prozent liege ich hier bei minus 79 Prozent.


      Der nächste Bitte...

      Ah, guten Tag Spant S0. Na, dann wollen wir uns den Hüftspeck doch mal genauer anschauen...
      Ok - 287 Gramm.




      Da geht doch sicher noch was, oder? 10 Runden um den Block!



      Nach dem Training: 76 Gramm. Immerhin ein Minus von fast 74 Prozent. Das kann sich sehen lassen ^^

      Bei den anderen Spanten purzelt nicht ganz so viel, da noch Auflageflächen und Stabilitäts-Stützleisten stehen bleiben müssen, der letzte Spant bleibt vollständig unbehandelt.


      LG - Maik
    • So, alle Spanten (grob) ausgeschnitten. Durch die recht große Materialstärke dauerte das auch seine Zeit...




      Anschließend wurde das Papier entfernt. Und glaubt mir: Den Stress, den ich dank des Sprühklebers hatte, möchtet ihr euch sicher nicht selbst antun.
      Stellenweise ließ sich das Papier sehr leicht abziehen, aber was war mit der Kleberschicht auf dem Holz? Die blieb leider drauf. Stellenweise musste der Spant im Schraubstock eingespannt werden. An diesen Stellen war dann nix mehr mit "Papier abziehen". Das Zeug war fest mit dem Spant verbunden.
      Schleif-Versuche mit einfachem Papier (80er Körnung) ergaben, dass die Zwischenräume des Papiers ruckizucki verklebt waren.

      Hab dann irgendwann meine elektrische Feile (kleiner Bandschleifer) heraus geholt und damit auch - wenn auch nur sehr mühseelig - die Klebeschicht entfernen können.
      Beim nächsten Mal verwende ich jedoch wieder Trockenklebstoff...





      LG - Maik
    • Ich nehme immer Holzleim um Papier aufzukleben. Lässt sichdann später mit einem nassen Lappen leicht wieder entfernen.
      Gruß
      Guido

      „Zwei Dinge sind unendlich, das Universum und die menschliche Dummheit, aber bei dem Universum bin ich mir noch nicht ganz sicher.“
      Albert Einstein
    • Cool, klasse. Danke für den Hinweis. Zuletzt hatte ich einmal massig Holzleim zum Anfertigen von Balsa-Sperrholz verbraucht. Es dauerte schon ein paar Minuten, bis ich den richtigen Dreh raus hatte. Und zwar hatte ich zuerst den Holzleim mit dem Pinsel aufgetragen. Unsinn - dauert zu lange und von der Schichtdicke her mit zu hohem Verbrauch verbunden.
      Hab dann einen breiten Flächenspachtel ausgegraben und damit den Holzleim verstrichen. Ging super schnell und die Dicke war sehr gut anpassbar. Auf diese Art und Weise wäre es sicher auch mit den Papierbögen gut machbar ;).

      Danke dir.


      LG - Maik
    • Hallo ihrs,

      es geht wieder weiter:

      Ein paar der Spanten im Detail.
      Dies wäre der vorletzte...
      Im Bereich des Kiels habe ich bereits die Ausschnitte für die 5x45mm Kiefern-Verstärkungsleiste ausgearbeitet. Zudem riss ich die exakte Mittellinie an und markierte diese. Der Pfeil am Kopf des Spantes ist also das tatsächliche Lot.




      Spant 4 machte die meiste Arbeit. Wie ihr seht, ist er nicht nur mit Erleichtungs- und Kabelführungs-Ausschnitten versehene, sondern auch mit Nut und Feder für die Seitenplanken des Innenraumes...
      Auch hier verläuft noch die Verstärkungsleiste des Bodenbereiches...




      Spant 2 sieht ein wenig futuristisch aus, das war jedoch eher das Ergebnis der Arbeit. Der Kiel ist an dieser Stelle extrem hoch. So hoch, dass ich den Spant entsprechend abstützen musste. Die Balkenbucht lässt erahnen, welcher Druck aufgrund der Spannung in den Deckplanken, auch später direkt auf der Balkenbucht lastet. Würde die Balkenbucht nachgeben, so würde es die Spanten auseinander drücken - muss nicht sein ;).




      Tja, und dann war es soweit: Die Spanten konnten auf der Helling aufgereiht werden.
      Meine angefertigte Helling ist übrigens extra-massiv ausgeführt, damitsie sich auch nicht verzieht, selbst wenn ich die Helling mal anheben muss.

      Doch halt: So einfach geht das nicht! Zunächst musste eine Peilungslinie auf der Helling angerissen werden, quasi eine Richtschnur aus Tinte ;).
      Anschließend, wie auch auf dem oberen Bild zu sehen, wurden Füßchen aus 10x10mm Kiefernleiste angefertigt und auf die Spanten geschraubt. Da die Bauplan-Füßchen nicht zu 100% in gleich lang waren, musste ich vorher noch jeden Spant einzeln in Waage loten und die Kiefernfüßchen entsprechend der Höhe montieren.

      Danach - ab auf die Helling...




      Spant für Spant reiht sich das Ungetüm auf.




      Den ersten Spant habe ich gerade noch so auf die Helling bekommen - und die ist schon 1,6m lang.
      Ich selbst war sprachlos, als sich das Monstrum vor mir auftat - ich wusste zwar, wie groß 1700mm sind, aber wie es sich dann plastisch "anfühlt" - unbeschreiblich, kann man einfach nicht in Worte fassen. Das Grinsen in meinem Gesicht ließ jedenfalls nicht so schnell nach ^^.




      LG - Maik
    • Dann mache ich mal ein wenig weiter:

      Der Kiel wurde eingesetzt. Bis auf das Anpassen der Einstechtiefen in eine Hand voll Rippen, war nicht viel anzupassen.




      Am Meisten musste ich die ersten beiden Spanten und den Spiegelspant in der Einstechtiefe nachbearbeiten. War aber nicht weiter tragisch.
      Abschließend wurden die letzten beiden Spanten noch ein wenig angehoben, da die Montage-Beinchen etwas zu kurz geraten waren. War aber nicht mein Fehler...




      Zum Abschluss noch die Straklatte drüber gepappt und den Kiel mit Schraubzwingen vollständig eben gezogen.




      Zwischenzeitlich zog ich schon die Verstärkungsleisten für den Antriebs-Bereich neben dem Kiel ein. 2 Leisten mit 45mm Breite und 5mm Stärke geben den nötigen Halt gegen Vibrationen.




      LG - Maik