Löten von Leiterplatten (Kupfer - GFK)

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    • Löten von Leiterplatten (Kupfer - GFK)

      Hallo Zusammen,

      benötige etwas Hilfestellung beim arbeiten mit Leiterplatten (mit Kupfer beschichtete GFK Platten). ?(
      Wie der ein oder andere mitbekommen hat baue ich aktuell einen MAN mit Ladekran. Damit der Ausleger nicht ganz so schwer wird, wollte ich diesen und die Teleskope aus diesem Material erstellen.

      Ich weiß das man die Platten mit einander verlöten kann. :grueb:
      • Was ich nicht weiß, worauf ist dabei zu achten?
      • Müssen die Platten Überlappen ähnlich wie bei Schweißen?
      • Oder verlöte ich alles am besten von Innen?
      • Welches Lot bzw. Flussmittel am besten?
      • Was für eine Lötkolbenleistung?
      • Macht es Sinn die Platten vor dem löten mit Sekundenkleber zu fixieren?

      Hier fehlt es mir einfach an Basics. All das sind für mich im Moment offene Fragen und ich hoffe auf ein paar Tipps von Euch! :nick:

      Danke und Gruß
      Jörg
      Theoretisch, kann ich praktisch alles..... :S

      MY PUK III
      Fisher 25
      MAN KAT I 8x8

    • Zunächst mal der Hinweis, dass nicht wirklich alle Leiterplatten aus GfK sind, die meisten sind aus einer Art Pappe... also aufpassen beim Kauf, sonst wird das nix mit dem Kranen!
      Und ob die dünne Kupferschicht beim Kranbetrieb auch wirklich an ihrem Trägermaterial haften bleibt... ???

      Zum Löten selbst genügt normaler Elektroniklot, einfach die vorgesehenen Lötstellen fettfrei machen und evtl. kurz mit feinem Schmirgel drüber, Platten aneinander und an wenigen Stellen mit Lötzinn anheften, dann komplette Kante löten. Zu langes Heizen löst dann auch schon mal gerne die Kupferbeschichtung ...

      Am Besten lötet man natürlich von innen, wenn aber die Teleskopelemente ineinander fahren sollen, ist das eher von Nachteil. Und da die Platten an den Schnittkanten ja kein Kupfer haben, durfte eine Verlötung von aussen ausscheiden...

      Vielleicht die Wahl des Basismaterial überdenken?
      Schiff-, Flug-, Auto-, Motorrad- und LKW-Modellbau
      ...Alles ausser Verbrenner und U-Booten...
      Homepage: rc-scalers.de
      Mitglied im VzBbA = Verein zur Bekämpfung blödsinniger Abkürzungen
      -Px
    • Ich denke dass das mit den Platten nichts wird. Wie Zengi schon schrieb ist die Schicht viel zu dünn. Ich würde an den schwierigen Stellen Messingblech nehmen, die Ausleger selbst aus Alu machen. Dann bekommst du bzw. dein Kran auch keine Gewichtsprobleme...
      Danke und Gruß! :wink:

      Dennis

      "Eigentlich wollte ich ja immer Uhrmacher werden. Ich weiß nur nicht wie ich BigBen in die Garage kriegen soll..." :grueb:
    • Mir fiel gerade noch ein .... Carbon-4-Kant-Rohr ...... :whistling: Die gibt es sicherlich auch so, dass sie ineinander geschoben werden können...

      Nachtrag: nur mal schnell die Tante befragt: klick
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    • Hallo Chris,
      Hallo Dennis,

      vielen Dank für Eure Antworten. Soweit habe ich echt nicht um die Ecke gedacht. Das das Kupfer nicht wirklich fest mit dem GFK verbunden ist bzw. nicht für solche Beanspruchung ausgelegt ist, habe ich schlichtweg übersehen. Ich war froh ein, mit meinen Mitteln leicht zu bearbeitendes Material gefunden zuhaben.
      Nun ja ich werd mich mal etwas schlau machen bezüglich Rechteckrohre. Denke das ich auf Alu schwenke. Mal schauen was der Markt so hergibt.

      Danke Chris für den Link mit den CFK Rohren, ist echt interessant.
      Theoretisch, kann ich praktisch alles..... :S

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    • Also wenn du das Mit den Platinen schaffst... Respekt
      Brauchst du spezielle Maße ?? sonst wie oben Vorgeschlagen 4 Kant Material verwenden...
      Btw: Die Kupferschicht brind dir 0... die Is knapp mehr als nen 1/100 mm dick...
    • :wink: Jörg,
      also erstmal Deine Fragen einzeln
      zu 1. achten solltest Du auf die unterschiedlichen Materialstärken, ob Du einseitig oder beidseitig beschichtetest Material verwendest und wie stark Du den Kran später ggf. belasten möchtest.

      zu 2. Du kannst überlappen, brauchst es aber nicht an allen Lötverbindungen. Eine pauschale Antwort hierzu gibt es nicht. Bei speziellen Fragen kannst Du gern Kontakt zu mir aufnehmen.

      zu 3. Die Frage von innen oder außen löten hängt grundsätzlich von 2 Faktoren ab:
      1. wie ist das Teil im Original hergestellt (weil da kann beides sein)
      2. komme ich immer an die Innenseiten überall heran.

      zu 4. Als Lot benutze ich immer herkömmliches Elektroniklot, da es bereits eine geringe Menge an Flussmittel enthält (aber erfahrungsgemäß reicht das Flussmittel nicht aus) Als Flussmittel empfehle ich grundsätzlich Lötwasser
      1. ​Lötwasser kann nach dem Löten problemlos abgewaschen werden (ganz einfach mit Wasser)
      2. Lötwasser ist einfach in der Verwendung (mit einem Pinsel auftragen)
      3. Lötwasser enthält keine Fette/Öle (daher beim Lackieren später einfacher)
      Alle anderen Flussmittel enthalten Fette oder Öle die auch beim Löten und der damit verbundenen Temperatur nicht verbrennen/verdamfen. Daher ist später immer ein oft mühseliges entfetten notwendig, bevor es ans Lackieren geht.

      zu 5. Die Wattzahl des Lötkolbens muss so gewählt sein, dass Du die richtige Temperatur ggf. punktgenau erreichen kannst. Erfahrungsgemäß hat sich hier eine Lötstation bewährt. Meine Lötstationen haben zwischen 40 und 90 Watt. der Vorteil von Lötstationen ist, dass diese geregelt werden können und meist auch mit unterschiedlich große Lötspitzen (die dann auch sehr einfach zu wechseln sind) angeboten werden. Mein Tipp sind die Lötstationen von Westfalia oder Conrad - oder wenn es auch teuerer werden darf; Weller-Lötstationen (allerdings sind die Lötstationen von Weller "Profiwerkzeug" und dementsprechend sehr teuer).

      zu 6. ganz kurz und knapp: "NEIN"
      Erklärung: Sekundenkleber bildet über der geplanten Lötstelle eine Schicht, die das Löten verhindert. Außerdem passiert bei Temperaturen von über 200°C mit Sekundenkleber das Gleiche, wie bei Wasser bei 100°C; Sekundenkleber fängt an zu Kochen und dabei spritzen kleinste Tropfen unkontrollierbar durch die Gegend. Nun etwas zu dem geplanten Kran und zu den Kommentaren, die ich bisher mehr oder weniger komplett gelesen habe:
      Den Hauptausleger (das ist der Teil vom Kran, der die "Knickbewegung" des Kranes macht) kannst Du ohne weiteres aus 0,5 mm Platinenmaterial bauen (bei Platinenmaterial mit GFK-Kern). Nur der Hauptausleger ist auch im Original aus Vierkantmaterial bzw. partiell zugeschweißtem U-Stahl. Alle Telekopstreben sind aus Sechskantrohr (egal, ob Palfinger, HIAB, Atlas oder sonst welchen Kranherstellern - solltest Du anderweitige Infos erhalten, bitte ich um fofografischen Nachweis des Originals).
      Die Teleskopstreben wirst Du aber nur mit extrem viel Aufwand aus Platinenmaterial bauen können, weil Platinenmaterial nicht geknickt werden kann, ohne seine tragfähige Kraft zu verlieren, da Du beim Knicken den GFK-Kern zerstörst. Übrigenst ist die Beschichtung des Platinenmaterial in der Regel nur 0,005 mm stark, es denn die Beschichtung wird aus besonderen technischen Gründen anders bestellt (dann aber vom Hersteller auch wesentlich teuerer). Von den mir bekannten Herstellern wir übrigens eine Temperaturbeständigkeit bis 550°C garantiert und da die Kupferbeschichtung aufgedampft wird und nicht wie oft fälschlich erzählt wird aufgeklebt, löst sich die Beschichtung unter normalen Umständen auch nicht durch mechanische Belastung (Druck/Zugkräfte am Platinenmaterial).

      Ich benutze inzwischen seit ca. 15 Jahren Platinenmaterial für unser schönes Hobby „Modellbau“
      Ich hoffe ich konnte Dir etwas helfen.
      Sollte ich bezüglich der Anmerkung zu den Kommentaren jemandem „vor den Kopf gestoßen“ haben, bitte ich um Entschuldigung
      Gruß aus Bottrop Peter Linde private HP private eMail eMail Modellbau
    • Peter, das mit dem aufgedampfen Kupfer ist mir vollkommen neu ... hättest du eine Bezugsquelle für gutes Material? Meine bisherigen Erfahrungen zeigten immer wieder (leider) sich ablösendes Kupfer... obwohl ich sicher nicht mit mehr als 550 Grad gelötet hab :whistling:
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    • plbullifan schrieb:

      Übrigenst ist die Beschichtung des Platinenmaterial in der Regel nur 0,005 mm stark, es denn die Beschichtung wird aus besonderen technischen Gründen anders bestellt (dann aber vom Hersteller auch wesentlich teuerer). Von den mir bekannten Herstellern wir übrigens eine Temperaturbeständigkeit bis 550°C garantiert und da die Kupferbeschichtung aufgedampft wird und nicht wie oft fälschlich erzählt wird aufgeklebt, löst sich die Beschichtung unter normalen Umständen auch nicht durch mechanische Belastung (Druck/Zugkräfte am Platinenmaterial).


      2 Punkte: Woher nimmst du Platinenmaterial mit 5µ ??? Soweit ich weis sind 35µ Standard... ( 5µ unter Umständen in den Multi-Layer Platinen von Smartphones und wie Zengi oben schon angemerkt hat: Das wird nicht aufgedampft... a. wäre viel zu teuer b. sonst könnte ich keine Lötpads mit dem Entlötsaugkolben aufsaugen...
    • :wink:
      leider ist meine Bezugsquelle nach Amerika verzogen. Alles, was für die Raumfahrt (ESA) zu uneben, ungenau oder ungleichmäßig beschichtet war, ist bei denen damals in "die Tonne" gewandert.
      Auf der IMO hatte mich jemand angesprochen und ich hatte ihm meine Karte gegeben, der aus Süddeutschland (Süden Thüringen) kommt.
      Er wollte mir seine Anschrift mailen mit der Produktionsfirma, die die Aufträge für die ESA übernommen hat.
      Der Hersteller aus Bottrop produziert nun exklusiv für die NASA und für mehrere Firmen im Silkon-Valley, die mit der NASA zusammen arbeiten.
      Bisher habe ich aus Thüringen noch keine Antwort erhalten.
      Gruß aus Bottrop Peter Linde private HP private eMail eMail Modellbau
    • OffTopic
      Thüringen Süddeutschland??? Solltest die Landkarte mal um 90 Grad drehen
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    • Hallo Peter,
      vielen Dank für die Detaillierten Antworten. Das sind Tipps die ich echt gebrauchen kann. Ich werde vielleicht einen Versuch mit den Platinen starten (Materila hatte ich bereits bestellt).
      Der Tipp mit dem Lötwasser ist sehr gut.
      Zu deiner Info - der Kran ist von Atlas und hat Rechteckige Teleskopausleger. Siehe folgender Thread

      Mittlerweile habe ich allerdings passende Alu Profile gefunden - fast exakt in den Abmessungen der Teleskope.
      Mal schauen was ich mache - ich werde es mal mit den Platinen probieren.
      Theoretisch, kann ich praktisch alles..... :S

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