Bau eines Velomobilmodells

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    • Bau eines Velomobilmodells

      Hallo,

      wenn ich nicht gerade modelliere, fahre ich leidenschaftlich gerne mit meinem Velomobil. Was´n das? Die Frage wird uns ( meine Frau hat auch so ein Gerät ) regelmäßig gestellt.
      Kurz gesagt, ein Fahrrad. Allerdings als Liegedreirad mit Verkleidung.
      Wie alles im Leben, hat so ein Velomobil Vor- und - natürlich- Nachteile. Der große Vorteil ist der Witterungsschutz. Wind und damit Kälte ist kaum noch spürbar, lediglich der Kopf sollte mit Buff und Mütze ( evtl. Helm ) geschützt werden. Meine Frau hat an ihrem Mango, so heißt das Modell, sogar eine Rennhaube. Bilder des Vorbilds stelle ich auch noch ein.
      Der zweite Vorteil ist die in der Ebene und im Gefälle zu erreichende Geschwindigkeit. Besonders bergab sind Geschwindigkeiten möglich, die für mich ( meine Frau erst recht) jenseits von gut und böse sind. Es gibt einige junge Männer, die bei youtube Videos eingestellt haben, die mehr Nerven haben als ich 8) . Gut möglich, dass ich einfach mehr Lebenserfahrung gesammelt habe und solche Kicks nicht mehr mag :les: .
      Nachteile gibt es logischerweise auch, das soll nicht verschwiegen werden. Bergauf wiegt so´n Teil! Um genau zu sein: 33 kg. Das will bewegt werden. Meine Frau hat eine Rohloff Nabe und eine dreifach Garnitur ( vorne ) , das ergibt theoretische 42 Gänge.
      Weitere Fragen zu unseren Velomobilen beantworte ich gerne.

      Jetzt zum Bau des Modells.
      Als Grundstock habe ich im Bastelgeschäft einen Blumensteckblock für Trockenblumen besorgt. Der kann mit einem scharfen Messer ratz fatz beschnitten werden. Staubt allerdings fürchterlich! Mit grobem Schleifpapier die Kanten brechen.
      Die eigentliche Karosserie modelliere ich aus Fimo air natural. Das ist eine an der Luft trocknende Modelliermasse, sehr einfach zu verarbeiten.
      Ich nehme eine gute handvoll und drücke diese platt, einen Gefrierbeutel und lege diesen Flatschen hinein. Mit einem Nudelholz oder ähnlichem ( leere Bierflasche tut´s auch ) den Flatschen auf rund zwei Millimeter auswalzen.
      Das Inlet wird damit peu a´peu ummantelt.

      Jetzt heißt es Ruhe bewahren, denn das Zeug muss trocknen. Eine Nacht auf der Heizung reicht meist aus.
      Es werden - hundertprozentig - etliche Risse sichtbar. Bei den lufttrocknenden Massen ist das regelmäßig so. Aber überhaupt kein Problem.
      Durch anfeuchten der Rohkarosserie wird der Kleber wieder aktiviert und mit neuer Masse lassen sich die Risse wunderbar verschmieren. Wieder warten, trocknen :grr: . Das mag für manche schlimm sein, als alter Bastler bewahrt man die Ruhe :pro: , andere Aufgaben müssen schließlich auch erledigt werden.

      Fotos bis hierhin dazu, der Bau hat sich auch über etliche Tage hin gezogen, selbst das Original benötigt rund eine Woche bis zum ersten rollen.

      Gruß
      Reinhard
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    • Das erste Foto zeigt eine Nahaufnahme des Bodys, die Risse sehen schon schlimm aus. Die gröbsten Risse werden noch mit neuem Fimo air ausgebessert.
      Nachdem diese Schicht getrocknet ist und verschliffen wurde, kann anschließend mit Zwei Komponentenspachtel gearbeitet werden.

      Die Räder habe ich in einem Bastelgeschäft erworben, sie müssen aber noch verfeinert werden.

      Rückspiegel wurden aus Pappnägeln gebogen, dazu muss ein Keil herausgeschliffen werden, das kann auch schon mal schief gehen :9: . Die "Guten" werden weiter geschliffen und poliert.
      Jetzt beginnt die langwierigste Phase: spachteln, schleifen, spachteln, schleifen...........................
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    • Die absoluten Feinheiten und Macken werden mit Dispersionsfarbe bekämpft. Dünn auftragen, abtrocknen, schleifen. Das habe ich mehrfach durchgezogen.
      Mit Acrylfarbe und feinem Pinsel wurde lackiert, mehrfach. Und immer schön schleifen zwischendurch!
      Für das Modell habe ich noch ein Cabriodach gebaut, die Rennhaube gab es zu dem Zeitpunkt meines Modellbaues noch nicht. Fotos der Rennhaube kommen etwas später hier im Thread.
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    • In dem Modell muss natürlich auch Madame sitzen!
      Dazu wird um einen Dübelstab ( 6 mm ) sehr fest Alu Folie gewickelt und anschließend mit Fimo der Kopf modelliert.

      Das himmelblaue Modell ist mein Mango, das habe ich beim abholen unserer Velomobile der Fa. Sinner ( Produzenten des Velomobils ) geschenkt. Dazu wurden alle Mitarbeiter als kleine Männeken übergeben, Bilder dazu kommen später.
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    • Einige Bilder von den originalen Velomobilen und den Figuren der Sinner Mannschaft.
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    • Zu meinem Modell habe ich auch einen Fahrer modelliert, na klar, mich selber.

      Während des modellierens wurde immer wieder die Kamera drauf gehalten, so entsteht ein Kopf.
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    • Die Fliegerkappe ist - wie der Kopf - aus Fimo.
      Fimo ist ein Poymer Clay, die normale Packungsgröße ist 56 Gramm. Es gibt zwei verschiedene Konsistenzen: classic und soft. Dazu noch Fimo effect ( mit Glitter, Steincharakter etc. ) , alle Sorten sind untereinander mischbar. Preis im Handel um 2,50 €, im internet oft preiswerter, dazu kommen aber meist Transportkosten. Rechnet sich, wenn größere Mengen abgenommen werden.
      Ah ja, Fa Staedtler produziert Fimo.

      Gruß
      Reinhard
    • Thematisch gehören die Dame und die Jungs auch hier in dieses Thema, es sind die Mitglieder der Firma, die die Velomobile bauen.
      Bei unseren Besuchen habe ich die einzelnen Leute fotografiert, danach wurden sie von mir modelliert. Die original Fotos habe ich retuschiert, so das nur noch Umrisse erkennbar sind.
      Die Dame speicht gerade ein Laufrad ein, hierfür bekam sie von mir gekröpfte Stecknadeln in die Hand gedrückt.
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    • Hallo Egon,

      Aufträge habe ich jahrelang , auch für Polizeibeamte, angenommen. Meine Nebentätigkeitsgenehmigung ist aber schon etliche Jahre abgelaufen. Eine Erneuerung hatte ich damals nicht in Betracht gezogen, weil mir meine Freizeit doch wichtiger war.
      Nächstes Jahr gehe ich in Pension, dann werde ich überlegen, ob eine Wiederaufnahme der Männeken Kneterei in Frage kommt. Als Trost hänge ich ein Foto an, die Karikatur meines früheren Nachbarn steht schon gute 20 Jahre in meinem Schrank.

      Gruß
      Reinhard
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    • Nächstes Jahr als frisch gebackener Pensionär möchte ich an einer Tour durch Europa teilnehmen. Angemeldet habe ich mich bereits. Teilnehmen dürfen nur Fahrerinnen und Fahrer mit einem Velomobil.
      Per PN möchte jemand aus dem Forum mehr Infos zu den Velomobilen und der Tour. Damit alle etwas davon haben, beantworte ich die PN hier.


      Heute erhielt ich eine E-Mail von dem Amerikaner, der die Tour organisiert. Mittlerweile haben sich 101 Teilnehmer gemeldet.
      Sechs weitere Personen begleiten die Tour mit Kfz, falls jemand einen Defekt hat, der nicht auf die Schnelle unterwegs repariert werden kann oder körperlich im wahrsten Sinne auf dem Schlauch steht.
      Einige Teilnehmer, die sich in ihrem Wohnbereich auskennen, werden die Tourpläne erarbeiten. Da wir voraussichtlich in Leer ( Norddeutschland ) starten und die Tour bis Mitte oder Süden Frankreichs verläuft, ist dies auch sinnvoll. So können Deutsche, Holländer, Belgier und Franzosen am besten beurteilen ob ein Streckenabschnitt gut befahrbar ist. Pro Tag müssen 150 bis 200 km gefahren werden.

      Am jeweiligen Etappenort müssen wir wahrscheinlich zwei Campingplätze benutzen, denn es ist gut möglich, dass in dieser Zeit die Parzellen knapp sind.
      Die Teilnehmer kommen aus Amerika, England, Holland, Deutschland, Belgien, Frankreich, Dänemark, Ukraine.
      Am Sponsoring wird noch gearbeitet, denn die Kosten für die Amerikaner für das verschiffen ihrer Velomobile sind schon recht hoch. Letztes Jahr wurde eine Tour von der amerikanischen Westküste zur Ostküste gefahren, rund 5400 km in vier Wochen. Für diese Tour wurde DHL als Sponsor tätig.

      Zu den Velomobilen:
      Es gibt in Europa rund zehn verschiedene Hersteller ( Pi mal Daumen ), dies sind immer sehr kleine Firmen mit ungefähr fünf Mitarbeitern.
      In Handarbeit werden die Velomobile auf Kundenwunsch gefertigt. Die Karosserien sind von Hersteller zu Hersteller sehr unterschiedlich. Manche legen mehr Wert auf Alltagstauglichkeit, andere sind reine Renngeschosse.
      Unsere Velomobile wurden von der Fa. Sinner in Groningen erstellt und heißen Mango.
      Die Ausstattung kann sich jeder Kunde ganz individuell aussuchen. Die meisten fahren eine reine Kettenschaltung, wir haben eine Nabenschaltung als Zwischengetriebe, meine Frau eine Rohloff Nabe, ich eine Shimano 11 Gang Nabe. Zusätzlich haben wir vorne drei Blätter. Das reicht für so ziemlich alles was unter die Räder kommt.
      Licht , Blinker, Hupe, Klingel, unsere Mangos sind voll straßentauglich.
      Für schlechtes Wetter kann der Einstieg mit eine Neoprenabdeckung verschlossen werden, es schaut dann nur noch der halbe Kopf aus dem Mango. Wenn eine Baseballkappe getragen wird, ist das für leichten Regen schon ausreichend. Falls es richtig saut, kann ich noch ein Cabriodach einklicken.
      Das Leergewicht beträgt bei den Mangos 33 kg, mit dem Gepäck schätze ich mal 43 kg, und da werde ich mich gewaltig einschränken müssen.

      Bei den Herstellern, die mehr dem Sport nahe stehen, sind erheblich leichtere Velomobile käuflich. Diese werden aus Carbon in Wabenbauweise laminiert. Eine aufwendige Sache, die auch ihren Preis hat. Letztes Jahr habe ich so einen Boliden Probe fahren dürfen.
      Ich erwähne mal vorweg, dass ich zu dem Zeitpunkt 60 Jahre alt und allenfalls das Niveau eines Freizeitsportlers erreiche.
      In der Ebene bin ich mit dem Teil über etliche Kilometer immer zwischen 50 und 55 km/h gefahren. Das macht schon Spaß! Der Preis eines solchen Gerätes bewegt sich dann aber auch im fünfstelligem Bereich.

      Die angehängten Fotos zeigen unsere Velomobile , das Zwischengetriebe ( alle Technik verläuft innerhalb der Karosserie und wird nicht schmutzig oder nass ) , die vorderen drei Kettenblätter, das Cabriodach.